Lieber Phil Geld: Weshalb ein Euro nicht immer 1.20 Franken ist
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Lieber Phil GeldWeshalb ein Euro nicht immer 1.20 Franken ist

Seit Monaten ist der Frankenkurs stabil. Sandro (35) möchte wissen, weshalb es im Detailhandel und am Bankschalter trotzdem grössere Abweichungen von der 1.20-Franken-Grenze gibt.

Migros in Kreuzlingen: Leserfoto im Mai 2012.

Migros in Kreuzlingen: Leserfoto im Mai 2012.

Lieber Phil Geld,

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat einen Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken festgelegt. Trotzdem beobachte ich im Alltag immer wieder grössere Abweichungen. So kostet zum Beispiel in der Migros Kreuzlingen ein Euro 1.18 Franken und nicht 1.20 Franken.

Lieber Sandro

Am 6. September 2011 beschloss die Nationalbank, einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken durchzusetzen. Der Kurs darf sehr wohl über dieser Marke schwanken, nicht aber darunter. Je länger sich die Euro-Krise hinzog, desto kürzer wurden die «Ausflüge» des Frankens. Seit zwei Monaten klebt der Franken bzw. der Euro förmlich an dieser 1.20-Franken-Marke.

Gerade jetzt fällt auf, wie unterschiedlich im Handel die Umrechnungen sind. Im dokumentierten Fall (siehe Leserfoto) kommt der Euro-Zahler in der Migros Kreuzlingen um zwei Rappen schlechter weg - verglichen mit dem aktuellen Devisenkurs.

Solche Differenzen sind jedoch der Normalfall. So erhalten wir auf der Bank beim Bezug von ausländischem Bargeld und Noten («Notenkurse») regelmässig einen schlechteren Kurs als den aktuell gehandelten Devisenkurs. Je exotischer eine Währung, desto grösser die Handelsspanne von An- und Verkaufspreis. Derzeit beträgt die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis des Euro fünf bis sechs Rappen. Man stelle sich vor: Am Devisenmarkt handeln die Profis Devisen, bei welchem die Differenz zwischen An- und Verkaufspreise bei weniger als zwei hundertstel Rappen liegen. Die Banken begründen die hohe Handelsspanne mit den Kosten für das Bargeld-Management.

Gut zu wissen: Wenn Sie den aktuellen Devisenkurs erfahren möchten, dann werden Sie bei allen Online-Brokern und Banken-Websites fündig. Im Unterschied zu Börsenkursen werden Devisenkurse für alle Internet-Nutzer in Real-Time, ohne Zeitverzögerung, publiziert. Das gilt auch für die Devisenkurse im Wirtschaftsressort von 20 Minuten Online.

Wer eine Währung umrechnen möchte, hat eine Vielzahl von Finanzrechnern zur Auswahl. Hier als Beispiel jener von Postfinance.

Auch mit Google lässt sich einen Betrag mit Leichtigkeit umrechnen. Folgende Formel ist in das Suchfeld zu schreiben: «100 USD in CHF» Oder: «100 GBP in EUR».

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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