Ideales Jahr: Wespenplage vermiest den Sommer
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Ideales JahrWespenplage vermiest den Sommer

Nun fordert der schöne Frühling seinen Tribut: Rekordverdächtig viele Wespen schwirren durch die Luft. Schädlingsbekämpfer sind im Dauereinsatz – und der Höhepunkt ist noch nicht erreicht.

von
hal
Die Rückkehr des Sommers freut nicht nur viele Menschen, auch Wespen lechzen nach warmen Temperaturen.

Die Rückkehr des Sommers freut nicht nur viele Menschen, auch Wespen lechzen nach warmen Temperaturen.

Sie schwirren zu Dutzenden um den Zmorgetisch, stürzen sich auf die Cervelats und attackieren uns wie wild in der Badi: Die Wespen bringen die Schweizer zurzeit in Massen an den Rand des Wahnsinns. Die Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich hat dieses Jahr bereits 171 Anfragen wegen lästiger Wespennester erhalten – so viele wie noch nie. Letztes Jahr waren es bis zum 2. August erst 105, im Jahr zuvor sogar nur 82. Auch die Kammerjäger haben rekordverdächtig viel zu tun: Branchenriese Insekta beseitigt im Moment im Durchschnitt jeden Tag 30 bis 40 Wespenvölker. Und Roman Dändliker von der Schädlingsbekämpfungsfirma Biozida rechnet bis Ende Sommer mit «doppelt so vielen Einsätzen wie letztes Jahr». Das richtig grosse Krabbeln der gelbschwarzen Plagegeister beginnt allerdings erst jetzt, weil die Wespen Hochsaison haben. «In den nächsten zwei ­Wochen gehts richtig los», so Pascal Frei von Insekta.

Grund für die Plage ist das «ideale Wespenjahr», wie es Dändliker nennt: Im wenig wechselhaften Winter überlebten sehr viele Königinnen und im frühen und warmen Frühling konnten sie besonders grosse Völker heranziehen. Insekta eliminierte vor kurzem sogar ein 1,7 Meter langes und 30 Zentimeter dickes Nest. Frei rät, die Völker auf keinen Fall selbst zu bekämpfen. «Wenn sie angreifen, kann es sehr gefährlich werden.» Laut Insektenexperte Jürg Zettel ist Panik jedoch fehl am Platz: «Wespen sind grundsätzlich nicht aggressiv. Und sie suchen nicht in der Nähe des Nests nach Nahrung.» Er würde ein Volk nur dann entfernen, wenn es in Bodennähe sei und beispielsweise Kinder in dessen Nähe spielten.

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Auch Mücken schwärmen aus

Nicht nur die Wespen, auch die Mücken und Bremsen könnten bald zur Plage werden: Laut dem Leipziger Wetterspezialisten Jurek Müller müssen sich die Deutschen nämlich auf richtige Schwärme einstellen. «Auch in der Schweiz könnten die Bedingungen dafür nicht schlecht sein», meint Insektenexperte Heinrich Höhn von Agroscope Wädenswil. Der Grund: Im feuchten Juli konnten die Insekten viele Eier in Tümpeln absetzen. Nun, da es warm ist, haben die Larven ideale Bedingungen zum Schlüpfen. Hinzu kommt, dass die Menschen bei Hitze die Insekten stärker anziehen, da sie mehr Duftstoffe absondern.

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