BAG-Info - West-Nil-Virus könnte auch in der Schweiz auftreten
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BAG-InfoWest-Nil-Virus könnte auch in der Schweiz auftreten

Ein Virus, das Hirnhautentzündungen auslösen kann, verbreitet sich in Europa. Laut Bundesamt für Gesundheit könnte es auch in die Schweiz kommen.

von
Daniel Graf
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Das West-Nil-Virus wird von verschiedenen Stechmücken übertragen. Mithilfe der Mücken kam es nach Europa. 

Das West-Nil-Virus wird von verschiedenen Stechmücken übertragen. Mithilfe der Mücken kam es nach Europa.

AFP
In diesem Jahr erwarten die Behörden eine besonders mückenreiche Saison und haben entsprechende Vorkehrungen eingeleitet.

In diesem Jahr erwarten die Behörden eine besonders mückenreiche Saison und haben entsprechende Vorkehrungen eingeleitet.

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Den Menschen wird empfohlen, besonders mückenreiche Gebiete wie Wälder, Flüsse und Sümpfe zu meiden – vor allem am Morgen und am Abend. Zudem sollen sie, wann immer möglich, lange und weite Kleidung tragen und Mückenschutzmittel nutzen. Auch Moskitonetze und Fenstergitter seien ratsam.

Den Menschen wird empfohlen, besonders mückenreiche Gebiete wie Wälder, Flüsse und Sümpfe zu meiden – vor allem am Morgen und am Abend. Zudem sollen sie, wann immer möglich, lange und weite Kleidung tragen und Mückenschutzmittel nutzen. Auch Moskitonetze und Fenstergitter seien ratsam.

Darum gehts

  • In Europa breitet sich ein Virus aus, das von Mücken auch auf den Menschen übertragen werden kann.

  • Speziell auf dem Balkan erwarten die Behörden in den kommenden Wochen eine Plage. In Serbien werden mit Helikoptern Insektizide versprüht.

  • Das Bundesamt für Gesundheit schliesst nicht aus, dass das Virus auch die Schweiz erreichen könnte.

Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus. Es wurde erstmals in Uganda isoliert und seither auch in Deutschland, Österreich und Italien nachgewiesen. Dieses Jahr erwartet Serbien eine regelrechte Plage: Erste infizierte Mücken, die das Virus auch auf den Menschen übertragen können, sind bereits entdeckt worden. Von der ersten infizierten Mücken dauert es, gemäss den serbischen Behörden, erfahrungsgemäss ungefähr zwei Wochen bis zur ersten Infektion eines Menschen.

In der Schweiz sind gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis anhin keine Übertragungen festgestellt worden. Auszuschliessen sei das aber nicht: «Da diverse Mückenarten, die als Überträger fungieren, lokal vorkommen, besteht auch in der Schweiz ein grundsätzliches Risiko für eine Übertragung des Virus», heisst es auf der BAG-Seite, die zuletzt im Februar 2020 aktualisiert worden ist.

0,1 Prozent der Betroffenen können sterben

Rund 75 Prozent der Infektionen verlaufen laut der Homepage des BAG ohne Folgen. Bei einem Viertel zeigen sich rund 14 Tage nach der Infektion grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, manchmal mit einer Hautrötung am Rumpf. Nach wenigen Tagen bis Wochen heilt die Krankheit im Normalfall ohne Therapie ab.

Es kann aber auch zu schweren Komplikationen kommen, vor allem zu Hirn- und Hirnhautentzündungen. Diese treten gemäss BAG bei weniger als einem Prozent der Infizierten auf. Bei 0,1 Prozent der Betroffenen können die Komplikationen bis zum Tod führen.

Insektizide schaden auch den Bienen

Das Thema beschäftigt auch die 20-Minuten-Community: «Das West-Nil Fieber ist sehr viel gefährlicher als Corona. Nicht zu vergessen sind die vielen Opfer in New York City, damals 1999. Nicht auszudenken, was unsere Regierung für Massnahmen parat hat, wenn sie bei Corona schon so aus dem Häuschen ist», schreibt User «PeterderAndere». «Als ob Corona nicht schon genug wäre», meint ein anderer.

Weitere Userinnen und User machen sich Sorgen um die Bienen: «Das versprühte Gift ist für die Bienen tödlich», weiss User «Meo». Tatsächlich schreibt auch das Helikopterunternehmen, dass die Insektizide derzeit in Serbien ausbringt: «Imkerinnen und Imker werden davor gewarnt, dass das Insektizid für Bienen giftig ist und die Bienenstöcke mindestens fünf Kilometer von den genannten Sprühpunkten entfernt sein sollen.» Die Wirkung des Produkts halte drei Tage an, auch Menschen sollten sich während dieser Zeit wohl besser von den Orten fernhalten.

Für Menschen gibt es weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie. Zur Vorbeugung empfiehlt das BAG deshalb den üblichen Schutz vor Mücken: langärmlige, weite Kleider, Mückenspray und das Schlafen unter einem imprägnierten Mückennetz.

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