Aktualisiert 28.07.2004 18:42

Westschweiz leidet unter Dürre

Seen und Flüsse in der Schweiz führen momentan unterdurchschnittliche Wassermengen. Am stärksten betroffen ist die Westschweiz.

Die Kantone Waadt und Freiburg riefen die Landwirtschaft zum sparsamen Wasserverbrauch auf. Die Schweizer Stauseen sind sogar noch weniger gefüllt als im Hitzsommer 2003.

«Insgesamt führen die Oberflächengewässer in der Schweiz weniger Wasser als normal», sagte Daniel Streit, Sprecher des Bundesamtes für Wasser und Geologie. Die Werte lägen bei rund 60 Prozent des Monatsmittels. Nur knapp unter dem Mittelwert seien die Wassermengen der grossen Flüsse wie Rhein, Aare und Rhone. Der Bodensee liege rund 30 Zentimeter unter dem üblichen Wert, und auch im Wallis und im Tessin seien die Pegel etwas tiefer. Am stärksten betroffen seien kleinere Flüsse in der Westschweiz. So gebe es Flüsse, die nur zehn Prozent der normalen Julimenge führten. Diese hätten kein Einzugsgebiet in der Umgebung von Gletschern oder lägen nicht nach einem See, der regulierend wirke.

Laut der Freiburger Raumplanungs-, Umwelt und Baudirektion grenzen die beobachteten Abflussmengen trotz des Regens im vergangenen Juni und im laufenden Monat an die Bedingungen einer Dürre. Die Lage sei zwar nicht so alarmierend wie im vergangenen Sommer, die Grundwasserreserven hätten sich aber noch nicht erholt. Die Besitzer einer Bewilligung zur Wasserentnahme wurden aufgerufen, die Bewässerung auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Das gleiche gilt im Waadtland. Auch hier wurde aber vorerst von einem Verbot zur Wasserentnahme abgesehen.

In den Schweizer Stauseen ist zurzeit weniger Wasser als im vergangenen Rekordsommer. Die Speicherinhalte betragen rund 62 Prozent des gesamten Speichervermögens von 8.540 Gigawattstunden, im Vorjahr waren es noch 73 Prozent gewesen. Diese Entwicklung hatte bereits im Aprli eingesetzt. Besonders wenig Wasser hat es in den Walliser Stauseen, die im Mai nur gerade zu sechs Prozent gefüllt waren. Gerold Truniger, zuständig für Elektrizitätsstatistik beim Bundesamt für Energie, führt die tiefen Pegel auf eine im Vergleich zum Vorjahr veränderte Schneeschmelze und wenig Regen zurück. Es sei schwierig abzuschätzen ob die Becken im Hinblick auf den Winter bis im September gefüllt werden könnten. (dapd)

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