Zürich: Westumfahrung nützt den Stadtquartieren
Aktualisiert

ZürichWestumfahrung nützt den Stadtquartieren

Die vor einem Jahr eröffnete Westumfahrung entlastet die Quartiere in der Stadt Zürich entlang der ehemaligen Westtangente nachhaltig.

Blick in die Zürcher Verkehrsleitzentrale Letten.

Blick in die Zürcher Verkehrsleitzentrale Letten.

Auf der früheren Transitroute durch Zürich, auf der sich jahrelang die Auto- und Lastwagenlawine Richtung A3 quälte, werden heute täglich 35 Prozent oder rund 25 000 Fahrzeuge weniger gezählt als vor dem Bau der Westumfahrung. Der Schwerverkehr ging sogar um 85 Prozent zurück.

Mit der ersten Etappe der flankierenden Massnahmen sei der gewünschte Erfolg eingetreten, bilanzierte Hanspeter Fehr, Direktor der Dienstabteilung Verkehr des Polizeidepartementes der Stadt Zürich, am Freitag vor den Medien. Die Verkehrszahlen bestätigten die Prognosen.

Kaum Ausweichverkehr

Deutlich weniger Verkehr verzeichnen laut Fehr die Quartiere Wiedikon, Albisrieden und Hard. Generell sei kaum Ausweichverkehr in die Quartiere feststellbar. Mehr Verkehr gab es dagegen auf der Wehntalerstrasse und auf der Brunaustrasse. Für Letztere sei eine Planung gestartet worden, um der unerwünschten Entwicklung entgegenzusteuern.

Ab dem 2. August wird der Verkehr auf der ehemaligen Westtangente neu im Gegenverkehr über die Schimmel- und Seebahnstrasse geführt. Die Achse Bullinger-Sihlfeld-Weststrasse wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Damit könne die definitive Verkehrsführung umgesetzt werden, erklärte Max Biesi, Projektleiter des Tiefbauamtes.

Mit der zweiten Etappe der flankierenden Massnahmen werden bis Ende 2011 die West-, Sihlfeld- und Bullingerstrasse zu Quartierstrassen mit Tempo 30 zurückgebaut. Trottoirs werden verbreitert, Bäume gepflanzt und neue Quartierplätze geschaffen.

Mehr Lebensqualität und neue Begegnungsorte

Zwischen August und Herbst 2011 wird zudem die Birmensdorferstrasse zwischen Triemli und Waldegg umgebaut und saniert. Die bisherige Einfallsachse wird auf zwei Fahrspuren für Autos reduziert. Die Velofahrenden erhalten auf der ganzen Länge eine eigene Spur und - wo es möglich ist - werden Busspuren realisiert.

Mit all diesen Massnahmen wolle die Stadt die Entlastungswirkung der Westumfahrung langfristig sichern, erklärte die grüne Stadträtin Ruth Genner, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes. Die Lebensqualität in den bisher stark belasteten Wohnquartieren werde damit entscheidend gesteigert.

Strasseräume werden zu Stadträumen

Dank der Westumfahrung und der flankierenden Massnahmen könnten bisherige Strassenräume zu Stadträumen umgestaltet werden, sagte Andrea Leuenberger vom städtischen Tiefbauamt. So entstehe an der Verzweigung der Sihlfeld-, Gertrud- und Weststrasse der Brupbacherplatz als Eingangstor zur verkehrsberuhigten Weststrasse.

Zwischen Lochergut und Bullingerplatz werden die Freiräume auf beiden Seiten der verkehrsberuhigten Sihlfeldstrasse zum Anny-Klawa- Platz zusammengefasst. Und der Bullingerplatz wird laut Leuenberger zu einem ruhigen Quartierplatz mit Piazzachrakter. Herzstück bleibe der grosse Brunnen in der Platzmitte.

VCS spendet Applaus

Die bisherigen Anstrengungen der Stadt finden auch Anerkennung beim Verkehrsclub der Schweiz (VCS). Der Einsatz für lebenswerte Wohnquartiere habe sich gelohnt, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Möglich geworden sei dies nur, weil vor mehr als zehn Jahren auf dem Rechtsweg verkehrsberuhigende Massnahmen eingefordert worden seien.

Nach Meinung des VCS haben die flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung eine Vorbildwirkung für die zukünftige Planung. Ebenso konsequent gelte es Verkehrsentlastungen in Zusammenhang mit dem Ausbau der Nordumfahrung einzufordern.

(sda)

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