Aktualisiert 10.07.2015 07:10

Openair Frauenfeld

Wettbewerbpreise sollen Güselberg verkleinern

Am Openair Frauenfeld wird Nachhaltigkeit gross geschrieben. Die Veranstalter animieren die Besucher mit Goodies und Spielen dazu, den Abfall korrekt zu entsorgen.

von
Raphi Rohner
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Martina Ott (18) aus Märwil gibt ihren Abfall ab und gewinnt dabei einen Sofortpreis.

Martina Ott (18) aus Märwil gibt ihren Abfall ab und gewinnt dabei einen Sofortpreis.

Raphi Rohner
Sina Wespi (18) aus Winterthur findet das Abfallkonzept vorbildlich...

Sina Wespi (18) aus Winterthur findet das Abfallkonzept vorbildlich...

Raphi Rohner
...ebenso die drei Dübendorferinnen Chanel (21), Deby (21) und Liv (24).

...ebenso die drei Dübendorferinnen Chanel (21), Deby (21) und Liv (24).

Raphi Rohner

Nachdem letztes Jahr die Abfallberge enorm hoch waren und die Entsorgungskosten dementsprechend auch, hat sich das Openair Frauenfeld etwas Neues einfallen lassen: Mit einem ausgeklügelten Abfall- und Recyclingkonzept will man die Besucher auf spielerische Weise dazu animieren, den Abfall von Beginn an bewusst zu entsorgen. Dass lohne sich laut den Veranstaltern auf lange Sicht auch für die Besucher. Denn: Seien die Kosten fürs Aufräumen tief, bleibe mehr Geld für gute Acts übrig.

Neue Recyclingfirma

Wolfgang Sahli, Verwaltungsratspräsident des Festivals, war nach dem letzten Openair wegen des tonnenweise liegengelassenen Güsels auf dem verschlammten Gelände ziemlich in der Krise. «Als Vater zweier Kinder fragte ich mich, was wir aktiv tun können, um verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umzugehen.» Die Lösung lag im wahrsten Sinne des Wortes nahe: Denn nur 500 Meter neben dem Festivalgelände befindet sich die Recyclingfirma Müller Recycling. Diese trägt nun wesentlich dazu bei, dass Abfälle zügig getrennt und richtig wiederverwertet werden.

Um die bevorstehenden 200 Tonnen Abfall einzusammeln und zu trennen, setzt das Openair Frauenfeld dieses Jahr erneut rund 2000 Helfer ein. Joggi Rieder von der Ökologischen Fachberatung des Festivalgeländes ist um jeden froh, der Abfall sammelt, ob Helfer oder nicht: «In nur 72 Stunden nach dem Festivalende soll keine einzige Scherbe mehr zu finden sein.»

Um den Abfallberg zu reduzieren hat das Festival zudem 200 neue Recyclingstationen aufgestellt und eine Getränkebeschränkung eingeführt. Neu dürfen pro Besucher einmalig nur noch drei Liter Getränke mitgenommen werden.

«Mit Recycling haufenweise Preise gewinnen»

Zum Recycling animieren auch diverse Wettbewerbe. «Wer sein Zelt auf das Gelände mitnimmt, muss eine Zelt-Vignette lösen. Auf dieser ist ein individueller QR-Code angebracht, die der Besucher nach dem Aufbau des Zeltes fotografiert und erneut, wenn er am Sonntag abreist», so René Götz, CEO des Festivals. Alle, welche dies tun, nehmen am Wettbewerb teil, zu gewinnen gibts Ticket fürs nächste Jahr. Übrigens: Man kann über die Openair-App auch seinen Flirtstatus mit der Zelt-Vignette verknüpfen, so Götz weiter.

Ebenso können Abfallsäcke gratis bezogen werden, mit denen dann Güsel und Wertstoffe getrennt gesammelt werden. Gibt man einen vollen Sack beim Recyclingcenter ab, erhält man einen Gewinncode, mit dem man die Chance auf einen der vielen Sofortpreise im Wert von bis zu 5'000 Franken hat.

Das neue Abfallkonzept kommt bei den Festivalbesuchern äusserst gut an.Marina Ott (18) aus Märwil etwa hat einen Sofortpreis am Abfallstand gewonnen: «Die Idee ist wirklich lustig. Ich kann mir vorstellen, dass viele nur wegen den Preisen auf Abfalltour gehen.» Was genau sie gewonnen hat, wollte sie nicht sagen.

Das Festival rechnet in den kommenden Tagen mit bis zu 135'000 Besuchern und freut sich auf ein gelungenes, sauberes Festival.

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