Kirschen platzen: Wetter vermiest den Kirschbauern die Ernte
Aktualisiert

Kirschen platzenWetter vermiest den Kirschbauern die Ernte

Im Seeland ist die Kirschenernte so schlecht ausgefallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Schuld daran ist der Regen.

von
Sophie Reinhardt
Der Kirschbauer Stefan Niederhauser kann nur halb so viele Kirschen ernten wie im letzten Jahr.

Der Kirschbauer Stefan Niederhauser kann nur halb so viele Kirschen ernten wie im letzten Jahr.

«Eine solch schlechte Kirschsaison habe ich noch nie erlebt», sagt Jürg Maurer vom Inforama, dem kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur.

Durschnittlich werden etwa 200 Tonnen der süssen Früchte im Berner Seeland ­geerntet, doch dieses Jahr sind es gerade mal 80. Laut dem «Bieler Tagblatt» sei es somit das schlechteste Erntejahr seit 1957.

«Uns werden die Kirschen fast aus den Händen gerissen», meint der Kirschbauer Stefan Niederhauser aus Zimmerwald. Denn die Kirschen seien ein rares Gut. «Wir ­haben etwa nur halb so viele Kirschen geerntet wie letztes Jahr», sagt Niederhauser. Einerseits seien der kalte Winter und das schlechte Wetter während der Blütezeit schuld. Aber auch der ­viele Regen in den letzten Tagen vermiese den Bauern das Geschäft. Nicht mal moderne Kulturen unter Plastikdächern sind verschont geblieben: «Auch diese Kirschen sind uns geplatzt – wegen der hohen Luftfeuchtigkeit», sagt Markus Glauser, Kirschbauer aus Epsach. Er rechnet mit zwei Drittel weniger Ernte, für ihn ein Desaster nach der letztjährigen Rekordernte.

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