Ständig Regen: Wetter vermiest Ferienorten das Geschäft

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Ständig RegenWetter vermiest Ferienorten das Geschäft

Wer kurzfristig Sommerferien plant, sucht die Sonne derzeit nicht in der Schweiz. Das bekommen etliche Ferienorte zu spüren. Die Buchungen liegen bis zu 10 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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sda/sas
«Die Asiaten haben Freude am Regen», sagt auch Hotelier Stephan Maeder, Präsident des Berner Oberländer Hotellerievereins.

«Die Asiaten haben Freude am Regen», sagt auch Hotelier Stephan Maeder, Präsident des Berner Oberländer Hotellerievereins.

Die Schweizer Tourismusbranche leidet – nicht nur unter dem starken Franken, sondern auch wegen des schlechten Sommerwetters. «Im Sommer wird generell sehr kurzfristig gebucht. Das Wetter spielt deshalb eine entscheidende Rolle», erklärt Markus Unterfinger von der Destination Davos Klosters auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

In Davos Klosters haben Individualtouristen im Juni gegenüber dem Vorjahr rund 10 Prozent weniger Logiernächte gebucht. Auch die Destinationen Engadin St. Moritz und Lenzerheide melden einen spürbaren Rückgang bei kurzfristigen Buchungen.

Auch im Kanton Bern macht der verregnete Sommer den Tourismusbetrieben zu schaffen. «Auf den Pässen Grimsel und Susten fehlen derzeit die Tagesgäste stark», sagt Thomas Michel, Präsident des Hoteliervereins Haslital. Eher bescheiden präsentiere sich die Situation auch bei den Wanderern, Bergsteigern und Kletterern

«Asiaten haben Freude am Regen»

Weniger Probleme hat die Destination Interlaken. Hier kompensieren Gruppen aus Asien die fehlenden Ausflügler. Dank der vielen Gäste aus Asien, Indien und den Golfstaaten bekundet der Ort bei den Hotelübernachtungen kaum Mühe mit dem regnerischen Sommer. «Diese Gäste schauen weniger auf das Wetter», sagt Patrizia Pulfer, Sprecherin von Interlaken Tourismus.

«Die Asiaten haben Freude am Regen», sagt auch Hotelier Stephan Maeder, Präsident des Berner Oberländer Hotellerievereins. Diese Touristen suchten die Sommerfrische und hätten eher mit heissen Temperaturen Mühe.

Krisenstimmung im Tessin

Wenig Erfreuliches gibt es aus dem Tessin zu berichten. Die Südschweiz leidet unter dem starken Franken enorm. Da falle das Wetter nicht mehr ins Gewicht, sagen übereinstimmend die Sprecher von Ticino Turismo und Ente Turistico Lago Maggiore.

Seit Ende Juni halten im Tessin die warmen Temperaturen an, allerdings gab es wiederholt starke Gewitter. An drei von acht Konzertabenden erlebten dies auch die Besucher des Festivals «Moon & Stars» in Locarno. Die Bilanz sei trotzdem gut gewesen, sagt der Tourismus-Direktor Fabio Bonetti.

Suche nach der Sonne im Süden

Manche, die kurzfristig planen, suchen die Sonne anderswo als in der Schweiz. Hotelplan Suisse hat in den letzten Tagen fast doppelt so viele Anfragen für Selbstfahrer-Autoreisen nach Italien, Frankreich und Spanien erhalten wie üblich, sagt Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

Bei Kuoni ist in den vergangenen zwei Wochen die Nachfrage nach Last Minute-Reisen in den Süden ebenfalls gestiegen, und zwar nach Badeferien rund um das Mittelmeer. «Die Leute wollen Sicherheit beim Wetter», sagt dazu Mediensprecher Peter Brun.

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