01.05.2014 08:39

Stürmisches AmerikaWetter verrückt: Auf Tornados folgen Fluten

Nach zwei Tagen mit Wirbelstürmen wird der US-Süden von massiven Hochwassern heimgesucht. In Pensacola, Florida, fiel sintflutartiger Regen von 13 Zentimeter in einer Stunde.

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AP/sut

Ein ebenso riesiges wie bösartiges Sturmsystem lässt den Süden der Vereinigten Staaten nicht aus dem Griff. Am Montag stürmten Tornados über die Gliedstaaten Arkansas, Mississippi, Alabama, Iowa, Oklahoma und Tennessee. Am Mittwoch folgten die Fluten: Im oberen «Panhandle»-Teil von Florida und im südlichen Alabama fielen in 24 Stunden bis zu fünfzig Zentimeter Regen.

Bis Mitte Woche riss das wilde Wetter zusätzliche Menschen in den Tod. Laut dem Florida Highway Patron fuhr die 67-jährige Betty Faye Wood mit ihrem Mercedes auf der Strasse in hüfthoch wirbelndes Wasser. Sie konnte nicht mehr entkommen. Damit erhöht sich der Blutzoll des beharrlich festsitzenden Sturmsystems auf mindestens 36 Menschen.

Szene in Mobile, Alabama:

Hilfe mit Booten und Jetskis

Floridas Gouverneur Rick Scott rief am Mittwoch morgen für 26 Landkreise den Ausnahmezustand aus. Er mobilisierte die Nationalgarde, um in ihren Fahrzeugen oder auf den Dächern ihrer Häuser festsitzenden Menschen zur Hilfe zu eilen.

Besonders schwer wurde die Gegend um die Stadt Pensacola in Florida getroffen. Laut AP zählten die Behörden über 300 Notrufe. Oft konnte die Polizei mit ihren Fahrzeugen nicht zu den Eingeschlossenen vordringen. Daher wurden Boote und Jetskis vom Strand abgezogen; sie navigierten auf Strassen, die wie reissende Bäche aussahen. Ungefähr 30'000 Menschen verloren die Elektrizität.

Ein Hummer geht tauchen in Pensacola:

Es kann lange dauern

«Ich habe Bilder gesehen mit Wasser bis zur halben Höhe der Haustüren», sagte der Meteorologe Phil Grigsby zur Nachrichtenagentur AP. «Es sieht aus, als komme ein grosses Aufräumen auf uns zu.» Wann das sein wird, weiss niemand genau. Mitchell Sims vom Notdienst des Baldwin County rechnet mit einigen Tagen. «Ich weiss nicht, wohin das Wasser gehen soll. Alles ist vollgesogen.»

Auf den Strassen im benachbarten Staat Alabama waren Medienberichten zufolge zahlreiche Menschen in ihren Autos von den Wassermassen eingeschlossen worden.

Es regnete am Mittwoch auch weiter nördlich an der US-Ostküste bis hinauf zum Gliedstaat Maine. In Philadelphia, New York und Washington mussten wegen des starken Regens zahlreiche Flüge verschoben werden. Auch mehrere Strassen waren aufgrund des Unwetters blockiert. Nach einer Schätzung des U.S. Geological Survey werden insgesamt 7,5 Billionen Liter Wasser fallen. Diese Menge könnte 48 Milliarden Badewannen oder 80 Millionen Swimming Pools füllen, sagte der Geographieprofessor Marshall Shepherd zur Newssite king5.com.

Mehr Extremregen dank Klimawandel

Shepherd glaubt, dass Überschwemmungen allgemein unterschätzt werden. «Wie regen die Einbildungskraft nicht so sehr an wie Tornados oder Hurrikane.» Dabei müssten sich die Menschen auf solche Fluten einrichten. Als Folge des Klimawandels, sagt Shepherd, hätten in den letzten fünfzig Jahren die schlimmsten Regengüsse in allen Regionen der kontinentalen USA zugenommen.

Schäden und Fluten in Pensacola:

(Quelle: YouTube/KuytZikor)

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