Kältewelle : Wetter verursacht Chaos auf dem Toronto Airport
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Kältewelle Wetter verursacht Chaos auf dem Toronto Airport

Der Pearson Airport in Toronto musste während mehrerer Stunden geschlossen werden. Wartezeiten bis zu 12 Stunden und eine Ankunftshalle voller Koffer waren die Folge.

von
wed

Die schlimmste Kältewelle in Nordamerika seit 20 Jahren sorgt auch für chaotische Zustände im Flugverkehr. Tausende Flüge wurden bereits gestrichen und der Pearson Airport in Toronto musste für mehrere Stunden komplett schliessen. Dies hatte zur Folge, dass es mehr Flugzeuge als benutzbare Gates am Boden hatte und es zu einem massiven Rückstau bei der Gepäckausgabe kam. Die Ankunftshallen beim grössten kanadischen Airport waren mit Koffern vollgepackt und Reisende suchten verzweifelt ihr Gepäck. Laut einem Leser-Reporter musste mit Wartezeiten bis zu 12 Stunden gerechnet werden.

Zu kalt für Eisbären in Chicago

In Chicago fielen die Temperaturen am Montag auf minus 27 Grad. Die Behörden riefen dazu auf, möglichst nicht an die Kälte zu gehen und aufs Autofahren zu verzichten. Die Schulen bleiben weiterhin geschlossen. Selbst die Eisbärin Ananda durfte in Chicagos Zoo nicht nach draussen. Sie muss so lange im vier Grad warmen Bärenhaus bleiben, bis es wieder etwas wärmer wird. Kaum zu glauben, können die Tiere doch in freier Wildbahn Temperaturen bis zu minus 45 Grad aushalten. Laut der Zoosprecherin hat Ananda aber kein Fettpolster angelegt, das sie ausreichend vor der Kälte schützen würde.

(Quelle: N24)

Florida und Raumfahrt betroffen

Auch in den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung dazu auf, sich auf beissende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten. Sogar das wärmeverwöhnte Florida war betroffen. Über den Norden des Staates hinaus drohte Nachtfrost. Die Raumfahrt wurde ebenfalls nicht verschont: Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters «Cygnus» zur Internationalen Raumstation ISS um mindestens einen Tag verschoben. Er soll jetzt frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Staat Virginia abheben.

Bauern bangen um Ernte

Landwirte in Südstaaten wie Florida sorgen sich um Salat, Tomaten, Mais, Erdbeeren und Zitrusfrüchte. Besonders die tropischen, auf Kälte empfindlich reagierenden Pflanzen könne das Winterwetter schädigen, warnten Meteorologen. In den Südstaaten Louisiana and Mississippi beeilten sich Landwirte mit einer vorgezogenen Zitronenernte, um die Früchte vor dem Kälteeinbruch zu retten.

Das Wetter legte zwischenzeitlich auch die US-Politik lahm. Weil das Wetter ihre Rückreise nach Washington behindert hatte, konnten 17 Abgeordnete am Montag nicht im Kongress erscheinen. Eine für Montagabend geplante Abstimmung im Senat zu staatlichen Leistungen für Arbeitslose musste deshalb um einen Tag verschoben werden. Auch Behörden und Verwaltungsstellen blieben in mehreren Bundesstaaten am Dienstag geschlossen.

Atlanta kälter als Moskau

Die Einwohner von New York wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die gefühlte Temperatur auf minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele in den letzten Tagen gefallene Schnee, gerade erst teilweise getaut, wird laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Insgesamt waren am Montag mehr als 140 Millionen Amerikaner von der Kältewelle betroffen - mehr als ein Drittel des Landes. In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia etwa war es am Montagmorgen kälter als in der russischen Hauptstadt Moskau. An einigen Orten in den USA wurden in der Nacht zum Dienstag Tiefsttemperaturen gemessen: Minnesota minus 34,4 Grad, Montana minus 32,2 Grad, Minneapolis minus 30,6 Grad. AMeteorologen sagen voraus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird.

Meteorologen sprechen von der schlimmsten Kältewelle in den USA seit Jahrzehnten:

(Quelle: N24)

Mensch und Natur leiden unter eisigen Temperaturen in weiten Teilen der USA - tausende Flüge gestrichen, viele Schulen bleiben geschlossen:

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