Wetterfühlige Holcim
Aktualisiert

Wetterfühlige Holcim

Der Zementkonzern Holcim hat im ersten Quartal 2005 mit 2,73 Mrd. Franken 1,1 Prozent weniger Zement, Beton und Zuschlagstoffe verkauft. Das schlechte Wetter, die frühen Ostertage und die hohen Energiepreise belasteten das Ergebnis.

Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen sank das Betriebsergebnis (Ebitda) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent auf 658 Mio. Franken, wie Holcim am Montag mitteilte. Der Verkaufserlös war durch die Dollarabwertung belastet: In Lokalwährungen resultierte ein Plus von 2,1 Prozent.

Wegfall der Goodwill-Abschreibung

Die Erhöhung des Betriebsergebnisses (nach Abschreibungen und Amortisationen, Ebit) um 9,6 Prozent auf 411 Mio. Fr. und des Reingewinns um 67,3 Prozent auf 169 Mio. Fr. war vor allem dem Wegfall der jährlichen Goodwill-Abschreibung zu verdanken.

Diese habe das Vorjahresquartal, welches noch nicht im Rechnungslegungsstandard IFRS abgerechnet worden war, mit 59 Mio. Fr. belastet. Insgesamt lägen die finanziellen Resultate des ersten Quartals aber im Rahmen der Erwartungen.

Weltweit konnte Holcim den Zement- und Klinkerabsatz um 1,8 Prozent auf 22,3 Mio. Tonnen erhöhen. Beim Transportbeton habe der Absatz dank gutem Geschäftsgang in den Konzernregionen Afrika, Naher Osten und Asien sowie Ozeanien um 3,3 Prozent auf 6,3 Mio. Tonnen zugelegt. Bei den Zuschlagstoffen bildeten sich die Verkäufe aber um 9,9 Prozent auf 18,2 Mio. Tonnen zurück.

Frost in Europa

In Europa, der geschäftsmässig grössten Holcim-Region, wurde der Geschäftsgang durch die Schneefälle und den vielerorts bis in den März hinein anhaltenden Frost beeinträchtigt. Der Umsatz ging von 981 Mio. Fr. auf 914 Mio. Fr. zurück. Der Ebitda der Konzernregion sank in der Folge um 19 Prozent auf 175 Mio. Franken.

In Lateinamerika, der zweitgrössten Konzernregion, sei die Entwicklung uneinheitlich verlaufen. Im Mexiko sanken die Absätze von Zement und Transportbeton wegen der schwachen Baukonjunktur, während sich der Ausstoss in Costa Rica wegen einer neuen Ofenlinie erhöhte.

Etwa auf dem Niveau der Vorjahresperiode lagen die anderen Konzerngesellschaften. Insgesamt nahm der Umsatz in Lateinamerika von 715 Mio. auf 675 Mio. Fr. ab. Der Ebitda sank um 12 Prozent auf 250 Mio. Franken.

Prognosen weiterhin gültig

In den übrigen Regionen legte das Geschäft aber zu. Vor allem in Nordamerika registrierte Holcim eine starke Nachfrage durch den Wohnbau und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bleiben aber unverändert und stützen sich auf die in den meisten Ländern nach wie vor intakte Baukonjunktur. Der interne betriebliche Ebitda, welcher im ersten Quartal um 4,5 Prozent gesunken war, soll im ganzen Jahr das langjährige Mittel von 5 Prozent übersteigen.

An der Börse notierte die Aktie von Holcim gegen 11.30 Uhr um 0,1 Prozent tiefer bei 72.20 Franken. Der Börsenindex SMI lag 0,8 Prozent im Plus. Analysten waren durchschnittlich von einem höheren Umsatz von 2,82 Mrd. Fr. und einem tieferen Gewinn von 124 Mio. Fr. ausgegangen. (sda)

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