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«Wettkönig» zockte Seniorin ab

Ein früherer Gewinner der Fernseh-Show «Wetten, dass...?» ist vom Zürcher Bezirksgericht wegen mehrfachen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden.

Der 31-jährige Jurist hatte eine alte Frau um ihr Erspartes geprellt und zum Sozialfall gemacht.

Der Angestellte einer renommierten Zürcher Anwaltskanzlei hatte mit fingierten Zahlungsaufträgen über Jahre hinweg das Konto einer fast 90-jährigen Frau geplündert. Als die Sache vor drei Jahren aufflog, betrug der Schaden rund 306.000 Franken. Die Frau ist seither auf Ergänzungsleistungen angewiesen. In der Untersuchungshaft legte der Jurist ein Geständnis ab.

Der Verurteilte wurde vor sieben Jahren «Wettkönig» in der Fernsehsendung «Wetten, dass...?», indem er sämtliche Nationalhymnen auswendig vortrug. Als Manager und Sänger machte er sich auch im Zürcher Opernmilieu einen Namen. Auch als Jurist war der heute 31-Jährige zunächst erfolgreich. Finanziell litt er aber unter den Schulden einer Agentur zur Vermittlung von Opernsängern, die seine Mutter führte.

Der Mann habe aus Verzweiflung gehandelt und habe mit seinen Taten nur das Lebenswerk seiner Mutter retten wollen, sagte der Verteidiger und forderte eine bedingte Gefängnisstrafe von nur einem Jahr. Das Gericht liess diese Rechtfertigung nicht geltend und folgte weitgehend den Anträgen der Anklage. Der Angeklagte habe das Vertrauen seines Arbeitgebers und der Geschädigten massiv missbraucht, befanden die Richter. Mit eineinhalb Jahren Gefängnis kam der Opern-Manager gerade noch mit einer bedingten Strafe davon. (dapd)

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