Aktualisiert 11.05.2017 18:01

FBI-WirbelWettquote für Trumps Absetzung sinkt rasant

Spekulanten setzen nach der Entlassung des FBI-Chefs beachtliche Beträge auf ein vorzeitiges Aus für den US-Präsidenten.

von
chk
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Donald und Melania Trump vor der Abreise nach Saudiarabien: Laut einem Medienbericht bereiten sich Anwälte des Weissen Hauses aktuell auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren vor. (19. Mai 2017)

Donald und Melania Trump vor der Abreise nach Saudiarabien: Laut einem Medienbericht bereiten sich Anwälte des Weissen Hauses aktuell auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren vor. (19. Mai 2017)

kein Anbieter/Alex Wong/Getty Images
Hatten intensive Gespräche: Russlands Aussenminister Sergei Lawrow, links, der russische Diplomat Sergei Kislyak, rechts, und US-Präsident Donald Trump. (10. Mai 2017)

Hatten intensive Gespräche: Russlands Aussenminister Sergei Lawrow, links, der russische Diplomat Sergei Kislyak, rechts, und US-Präsident Donald Trump. (10. Mai 2017)

AFP
Erklärt sich bereit, vor einem Ausschuss des US-Senats auszusagen: Der frühere FBI-Direktor James Comey. (Archivbild)

Erklärt sich bereit, vor einem Ausschuss des US-Senats auszusagen: Der frühere FBI-Direktor James Comey. (Archivbild)

Keystone/Carolyn Kaster

Mit der spektakulären Entlassung des FBI-Chefs hat US-Präsident Donald Trump Glücksspieler auf den Plan gerufen: Bei Online-Wettportalen setzten am Mittwoch deutlich mehr Menschen als zuvor Geld auf eine vorzeitige Amtsenthebung des Präsidenten.

Bei dem in Irland ansässigen Unternehmen Paddy Power sahen die Wetteinsätze eine Chance von 60 Prozent für ein solches Impeachment, mehr als doppelt so viele wie zuvor, sagte Firmensprecher Lewis Davey. «Wir führen das auf den Rauswurf von FBI-Chef Comey zurück», sagte Davey.

Wettquoten sind gestiegen

Eine ähnliche Entwicklung verzeichneten die Online-Wettbüros des britischen Anbieters Betfair. Ein Bieter wolle sogar 100'000 Pfund (über 120'000 Franken) auf Trumps vorzeitige Amtsenthebung setzen, sagte Sprecherin Naomi Totten. Die Wettquoten für ein Impeachment seien binnen Stunden nach Comeys Entlassung von neun zu eins auf drei zu eins gestiegen.

US-Präsident Donald Trump hatte den FBI-Direktor am Dienstag überraschend entlassen. Er ist damit seit Richard Nixon der erste, der einen hochrangigen Vertreter der Strafverfolgung gefeuert hat, während dieser eine Ermittlung mit Verbindungen zum Weissen Haus leitete.

Die Demokraten unterstellten Trump, dessen Argument für die Entlassung – dabei ging es um Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton – nur als Vorwand zu nutzen. Sie forderten einen Sonderermittler, um mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Russland und mögliche Absprachen zur Manipulation der US-Wahl zu untersuchen.

Ryan will keinen Sonderermittler

Republikaner wie der Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, lehnten das ab. Der US-Präsident habe die Geduld mit Comey verloren und nicht gewollt, dass das FBI «in Unordnung» gebracht werde, sagte er am Mittwoch im US-Fernsehsender Fox News. Mit Blick auf einen Sonderermittler sagte er, das FBI und der Geheimdienstausschuss seien bereits in dieser Sache aktiv – die Methoden und Informanten müssten geschützt werden.

Eine Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, teilte zudem mit, dass Trump schon seit seiner Wahl erwogen habe, Comey zu entlassen. Am Tag zuvor war die Hauptbegründung für den Schritt noch gewesen, es gebe neue Bedenken im Justizministerium und diese hätten zur Entlassung geführt. (chk/sda/dapd)

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