Wettskandal: Freispruch für Hoyzer gefordert
Aktualisiert

Wettskandal: Freispruch für Hoyzer gefordert

Überraschung im deutschen Wettskandal: Im Revisionsprozess fordert der Bundesanwalt einen Freispruch für den Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer.

Der Jurist beantragte vor dem 5. Strafsenat in Leipzig, das Urteil des Landgerichts Berlin vom November 2005 aufzuheben. Es sei von «bemerkenswerter Oberflächlichkeit», kritisierte Schneider. Am 15. Dezember soll nun das endgültige Urteil gefällt werden.

Laut des ersten Richterspruchs muss Hoyzer zwei Jahre und fünf Monate in Haft. Nach Ansicht Schneiders bietet das Strafgesetzbuch bislang aber keine Möglichkeit, die Manipulationen von Hoyzer und den kroatischen Brüdern Sapina als Betrug zu ahnden. «Das ist eine Gaunerei. Aber strafrechtlich kommt man da nicht dran», sagte Schneider nicht ohne Bedauern. Nun müssen die Bundesrichter unter den argwöhnischen Augen des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) und der Öffentlichkeit entscheiden.

Das Landgericht Berlin hatte Drahtzieher Ante Sapina wegen Betruges in zehn Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt. Laut Urteil hat er Schiedsrichter, darunter Hoyzer, für Spielmanipulationen bezahlt. Der lebenslang als Schiedsrichter gesperrte Hoyzer wurde wegen Beihilfe zum Betrug in sechs Fällen verurteilt. Neben Sapinas Brüdern waren der frühere Referee Dominik Marks (31) und Ex-Fussballprofi Steffen Karl (36) beteiligt. Sie erhielten Bewährungsstrafen.

(si)

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