Wettskandal in der Champions-League?
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Wettskandal in der Champions-League?

Der europäische Fussball wird schon wieder von einem Manipulationsverdacht aufgeschreckt: Auf einer vertraulichen Uefa-Liste stehen neben drei Champions-League-Spielen auch zwölf Uefa-Cup und acht UI-Cup-Spiele unter Betrugsverdacht, wie das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» berichtet.

Der Europäische Fussballverband UEFA befürchtet nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Spiegel» bei 26 Spielen in europäischen Wettbewerben Manipulation durch Wettbetrug. Darunter seien zwölf Qualifikationsspiele für den UEFA-Cup, acht UI-Cup-Spiele, drei Qualifikationsspiele für die Champions League, zwei UEFA-Cup-Spiele und ein Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft im kommenden Sommer, schreibt der «Spiegel» unter Berufung auf eine vertrauliche UEFA-Liste.

15 dieser Begegnungen fanden demnach in der laufenden Saison statt, elf weitere seien der UEFA von Wettüberwachern von Juli 2005 bis November 2006 gemeldet worden. Die Vereine, denen Manipulation unterstellt wird, kommen dem Bericht zufolge zum grössten Teil aus Ost- und Südosteuropa. Die UEFA habe sich hilfesuchend an die europäische Polizeibehörde Europol gewandt, weil sie einerseits die «Integrität unserer Wettbewerbe in Gefahr» sehe, andererseits mit den eigenen Sanktionsmöglichkeiten bei der Bekämpfung der Korruption an ihre Grenzen stosse.

Dem «Spiegel» zufolge reisten Anfang November fünf Funktionäre in die Europol-Zentrale nach Den Haag und übergaben ein umfangreiches Dossier. Am Beispiel von vier Europapokalspielen aus diesem Sommer werde detailliert beschrieben, mit welchen Methoden Wettbetrüger die Ergebnisse manipuliert haben sollen. Das Zentrum der Wettmafia sieht die UEFA demnach in Asien. «Leute, die ein Spiel verschoben haben, können leicht ein bis zwei Millionen Euro pro Spiel setzen und einen Gewinn in etwa gleicher Höhe damit erzielen», zitiert der «Spiegel» aus dem Dossier. «Bei bedeutenderen Turnieren kann die Summe ungleich höher sein.»

Bei der UEFA hofft man dem Magazin zufolgen nun, dass Europol den Komplex Wettmanipulation im Profisport in die sogenannte OCTA aufnimmt - eine Bedrohungs- und Gefährdungsanalyse zur Organisierten Kriminalität, die jährlich erstellt werde und langfristig Prioritäten bei der internationalen Verbrechensbekämpfung festlege.

(AP/whr)

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