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Wettskandal in Österreich: Stürmer entschuldigt sich für sein Tor

Auch in Österreich droht ein Wettskandal. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, stehen der Trainer von Sturm Graz, Michael Petrovic, und der Stürmer Bojan Filipovic unter dem Verdacht, Bestechungsgelder kassiert zu haben.

Die Kontakte mit einer Tätergruppe aus Deutschland sei durch Telefonüberwachungsprotokolle belegt. Die Beschuldigten weisen alle Vorhalte zurück.

Derzeit gehe es um Verdachtsmomente bezüglich der versuchten Manipulation zweier Meisterschaftsspiele von Sturm, und zwar gegen Austria Wien (0:0 am 25. Februar) und gegen Salzburg (4:0 am 4. März). In beiden Fällen wurde darauf gesetzt, dass Sturm die Partie verliert, respektive kein Tor schiesst. Ein Asiate und ein serbischer Staatsbürger, die als Drahtzieher gelten und mit zwei Komplizen in Deutschland in Haft sitzen, setzten auf die jeweiligen Favoriten. Um ein «Restrisiko zu minimieren», sollen der Spielmacher von Sturm und der Trainer bestochen worden sein.

So sollte Filipovic kein Tor schiessen. Petrovic sollte dafür sorgen, dass das Spiel möglichst «passiv» ablaufe. «Die Manipulation hat aber letztendlich nicht den gewünschten Erfolg gebracht», so Erwin Strametz vom Landeskriminalamt. Filipovic schoss gegen Salzburg sogar ein Tor. Im Nachhinein habe er sich dafür aber entschuldigt.

In der Nacht auf Mittwoch gab es Hausdurchsuchungen bei den beiden Verdächtigen, gefunden wurde bisher aber nichts. Die Akten müssten aber erst durchgearbeitet werden. Auch Haftbefehle wurden noch keine ausgestellt. Die beiden Betroffenen weisen jeden Manipulationsversuch von sich. Die Verluste werden auf mehrere 100 000 Euro geschätzt.

Ob andere Spieler oder Bundesliga-Klubs in den Wettskandal verwickelt sind, ist nicht bekannt. «Gegenwärtig ist nur Sturm verdächtig», so die Polizei. Allerdings könne nichts ausgeschlossen, aber auch nichts bestätigt werden. Der Grazer Fussballverein war in der Vergangenheit schon in Zusammenhang mit Wettmanipulationen genannt worden. Die Partie gegen SV Ried war im Vorjahr unter Verdacht gestanden - ausser verstärkter Beobachtung waren mangels Beweisen aber keine Massnahmen getroffen worden.

(si)

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