Warnung der Polizei: Whatsapp-Hacker verlangen Nacktbilder von 15-Jähriger
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Warnung der PolizeiWhatsapp-Hacker verlangen Nacktbilder von 15-Jähriger

Cyberkriminelle haben es auf Whatsapp-Nutzerinnen und Nutzer abgesehen. Mit fiesen Tricks versuchen sie, ihre Accounts zu übernehmen. Eine 15-Jährige fragten sie nach Nacktbildern. Jetzt hat sich die Polizei eingeschaltet.

von
Tobias Bolzern
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Betrüger haben sich in Deutschland Zugriff auf das Whatsapp-Konto einer 15-Jährigen verschafft.

Betrüger haben sich in Deutschland Zugriff auf das Whatsapp-Konto einer 15-Jährigen verschafft.

20min/Tobias Bolzern
Sie forderten dann eine andere 15-Jährige auf, ihnen Nacktbilder zu schicken. Die Polizei warnt vor der Masche.

Sie forderten dann eine andere 15-Jährige auf, ihnen Nacktbilder zu schicken. Die Polizei warnt vor der Masche.

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Diese betrügerische Whatsapp-Nachricht hat hierzulande im Januar 2021 die Runde gemacht. 

Diese betrügerische Whatsapp-Nachricht hat hierzulande im Januar 2021 die Runde gemacht.

20 Minuten Community

Darum gehts

  • «Schick mir schnell den Code» – so oder ähnlich versuchen Betrüger Whatsapp-Konten zu kapern.

  • Vor ein paar Tagen gelang dies in Deutschland bei einer 15-Jährigen Nutzerin.

  • Die Betrüger kaperten ihren Account und verschickten Nachrichten an ihre Kontakte.

  • Dabei forderten sie Nacktbilder von einer anderen 15-Jährigen.

Eine 15-Jährige aus Passau hat am 12. Februar auf Whatsapp eine Nachricht von der Nummer einer Freundin erhalten. Absenderin war aber nicht die Freundin der 15-Jährigen. Hinter der Botschaft stecken Betrüger, sie konnten das Konto der Jugendlichen übernehmen, wie die Polizei Niederbayern in ihrer Mitteilung erklärt.

Die Betrüger nutzten dazu eine bekannte Masche. Die 15-Jährige wurde im Whatsapp-Chat aufgefordert, sie solle doch bitte einen versehentlich zugesandten SMS-Code wieder zurücksenden. Dabei handelte es sich um den Verifizierungscode zur Wiederherstellung des Whatsapp-Kontos. Dieser kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn man ein neues Handy einrichtet.

Nach Nacktbildern gefragt

Cyberkriminelle können damit jedoch die Konten ihrer Opfer kapern und sie aussperren. Das gelang ihnen in diesem Fall. Die Unbekannten hätten dann Kontakte aus dem Adressbuch der 15-Jährigen angeschrieben. Sie forderten dabei eine andere 15-Jährige auf, Nacktbilder zu senden. Glücklicherweise gelang dies nicht, heisst es in der Mitteilung der Polizei.

Die Behörden warnen nun ausdrücklich von der Masche. «Wenn die Täter im Besitz eines Whatsapp-Kontos sind, eröffnet sich ihnen ein weites Feld an potentiellen kriminellen Machenschaften. In diesem Fall war es der Versuch, sich pornografische Bilder zu verschaffen. Identitätsdiebstahl, Ausspähen von Daten, Erpressung oder auch der Versand von Schadsoftware sind ebenso denkbar», erklärt die Polizei.

Fälle in der Schweiz

Auch in der Schweiz wurde die Betrugsmasche in der Vergangenheit schon mehrfach eingesetzt. So meldete ein 20-Minuten-Leser im Januar 2021 gleich mehrere Fälle in seinem Umfeld. Die Betroffenen verloren dabei den Zugang zu ihrem Whatsapp-Konto. Laut dem Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, Florian Frei, hat man bereits im September 2020 erstmals Meldungen zu diesem Whatsapp-Hack erhalten.

Was kann ich tun?

Wer einem solchen Verifizierungscode-Hack zum Opfer gefallen ist, der sollte die Schritte befolgen, die Whatsapp beim Verlust des privaten Kontos empfiehlt. So sollte man sich so schnell wie möglich mit der eigenen Telefonnummer erneut bei Whatsapp anmelden und dann den – neuen – sechsstelligen Code eingeben, den man via SMS erhält.

Somit werden die Betrüger wieder aus dem eigenen Account ausgeloggt. Danach empfiehlt Whatsapp, die Zweifaktorauthentifizierung einzurichten. Dies kann in den Einstellungen vorgenommen werden. Ausserdem sollte man sich von allen Computern, auf denen Whatsapp Web benutzt wurde, abmelden. Dies kann ebenfalls in der App unter dem Menüpunkt «Whatsapp Web» gemacht werden.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

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Fachstelle Mobbing (kostenpflichtig)

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Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Hilfe bei Mobbing, Fachstelle für Schulen und Eltern (kostenpflichtig)

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