Aktualisiert 04.02.2013 19:58

So kommunizieren wir

WhatsApp ist unser Sprachrohr Nummer 1

Kontakt halten per SMS – das war einmal. Heute «unterhält» man sich stundenlang über WhatsApp. Doch wenn ein Geburtstag ansteht, ist das SMS plötzlich wieder gefragt.

von
Viktoria Weber

Auch wenn SMS-Flatrates heutzutage in vielen Handy-Verträgen enthalten sind, so sendet man davon dennoch nicht unbegrenzt viele pro Tag hin und her. Eine nicht-repräsentative Umfrage von 20 Minuten Online, an der 9685 Personen teilgenommen haben, zeigt, dass der Grossteil der Befragten nur noch zwischen einem und fünf SMS pro Woche verschickt. Ein Fünftel der Smartphonebesitzer und ein Viertel der Handybesitzer schreibt immerhin ein bis fünf SMS pro Tag.

Ganz anders sieht es beim Thema WhatsApp-Nachrichten aus: Knapp 90 Prozent der Smartphonenutzer machen von dem Nachrichtendienst Gebrauch – und das alles andere als selten. Die am häufigsten genannte Antwort auf die Frage nach der Anzahl verschickter WhatsApp-Nachrichten lautet «Mehr als 50 pro Tag» (18 Prozent der Befragten). Und diese verschickt man nicht nur an einzelne Personen, sondern oftmals gleich an ganz Gruppen: 65 Prozent der WhatsApp-Nutzer sind Teil von mindestens einer solchen Gruppe und fast die Hälfte dieser Gruppen sind täglich aktiv.

Damit rückt WhatsApp an die Spitze der beliebtesten Kommunikationswege, die heute genutzt werden. Freundschaften werden immer häufiger über den Nachrichtendienst aufrechterhalten, SMS und Facebook verlieren in Bezug darauf deutlich an Wichtigkeit (siehe Grafik ganz oben). Und auch bei der Kommunikation mit dem oder der Liebsten spielt WhatsApp eine wichtige Rolle: Wer seinen Schatz nicht persönlich treffen kann, greift zum Telefon (52 Prozent) oder tippt ein paar WhatsApp-Nachrichten ins Smartphone (44 Prozent). Auf Platz drei folgt mit 28 Prozent der Umfrageteilnehmer das SMS.

SMS haben heute Prestige-Charakter

Als das SMS in unser Leben trat, ersetzte es zahlreiche Kurztelefonate und auch Geburtstagsgrüsse konnten schnell und praktisch überliefert werden – doch das war gar nicht so gern gesehen: «Wenigstens zum Geburtstag wird man wohl noch anrufen können», dachten sich viele. Heute sieht das etwas anders aus: Während ein Grossteil der Kommunikation über WhatsApp läuft, will man zum Geburtstag doch etwas mehr geben. Wenn auch nur ganz knapp schlägt das SMS die WhatsApp-Nachricht bei den Geburtstagsgrüssen – ganz nach dem Motto «Zum Geburtstag soll es dann schon nicht die Gratisnachricht übers Internet sein»:

Wer glaubt, dass die zahlreichen Möglichkeiten des Textens das Telefongespräch völlig verdrängt haben, der irrt sich: Immerhin 61 Prozent der Befragten besitzen noch immer einen Festnetzanschluss, den sie mehr oder weniger regelmässig nutzen. Fast die Hälfte outet sich ausserdem als «Gerne-Telefonierer»: 42 Prozent telefonieren ein paar Mal pro Woche etwas länger mit Freunden und Bekannten, sieben Prozent tun dies sogar täglich mehr als eine Stunde. Alle anderen Befragten führen wenn dann nur kurze Telefonate.

Einladung per Facebook, Mail – oder doch WhatsApp

Das Versenden von E-Mails hat die Nase beim Organisieren von Partys ganz vorn: Mehr als jeder Fünfte macht davon Gebrauch, wenn es darum geht, möglichst schnell möglichst viele Leute über ein Event zu informieren. Auf Platz zwei der beliebtesten Organisationstools liegt die Facebook-Gruppe. Doch auch hier ist WhatsApp der Konkurrenz schon wieder dicht auf den Fersen. Mit einem Rückstand von weniger als einem Prozent organisieren fast genauso viele Leute ihre Partys über den beliebten Nachrichtendienst auf dem Smartphone.

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online haben insgesamt 9685 Personen teilgenommen, davon 4159 Frauen und 5526 Männer. 86 Prozent der Befragten besitzen ein Smartphone, 8 Prozent ein Handy und 5 Prozent sogar beides. Nicht mal ein halbes Prozent besitzt weder Handy noch Smartphone.

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