26.10.2020 14:41

Beliebter MessengerWhatsapp plant «radikales» Update

Der Messenger Whatsapp will so werden wie das chinesische Wechat. Whatsapp-Nutzer sollen künftig über die App einkaufen und auch bezahlen können. Doch wie steht es um den Datenschutz? Ein Experte äussert seine Bedenken.

von
Tobias Bolzern
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Oktober 2020: Facebook, die Betreiberin von Whatsapp, plant ein umfassendes Update. Über den Messenger sollen Nutzer künftig auch shoppen können. Experten sind besorgt um den Datenschutz. 

Oktober 2020: Facebook, die Betreiberin von Whatsapp, plant ein umfassendes Update. Über den Messenger sollen Nutzer künftig auch shoppen können. Experten sind besorgt um den Datenschutz.

REUTERS
So soll die neue Shopping-Oberfläche innerhalb der App aussehen. Whatsapp versichtert, man wolle private Gespräche der Nutzer weiterhin bestmöglich schützen.

So soll die neue Shopping-Oberfläche innerhalb der App aussehen. Whatsapp versichtert, man wolle private Gespräche der Nutzer weiterhin bestmöglich schützen.

Whatsapp 
31. August 2020: In einer Vorabversion von Whatsapp ist eine neue Funktion aufgetaucht. Diese soll es einfacher machen, den Speicherplatz auf dem Handy zu verwalten. So können Sprachnachrichten, Fotos und Videos, die viel Platz wegnehmen, künftig an einem zentralen Ort innerhalb der App verwaltet werden. Wann die neue Funktion für alle eingeführt wird, ist noch nicht klar.

31. August 2020: In einer Vorabversion von Whatsapp ist eine neue Funktion aufgetaucht. Diese soll es einfacher machen, den Speicherplatz auf dem Handy zu verwalten. So können Sprachnachrichten, Fotos und Videos, die viel Platz wegnehmen, künftig an einem zentralen Ort innerhalb der App verwaltet werden. Wann die neue Funktion für alle eingeführt wird, ist noch nicht klar.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Shopping wird ein zentraler Bestandteil von Whatsapp.

  • Nutzer sollen über den Messenger einkaufen können.

  • Das «radikale» Update bereitet einigen Experten Sorgen.

  • Whatsapp beschwichtigt und erklärt, wie es weitergeht.

Shoppen über Whatsapp? Das soll bald schon Realität werden. Die handgenähte Stoffmaske aus dem Internet oder die Geburtstagstorte für Mama vom Bäcker nebenan: All das und viel mehr sollen Nutzer von Whatsapp in Zukunft über den Messenger bestellen und bezahlen können. Whatsapp zählt über zwei Milliarden Nutzer – für Facebook, der Betreiberin der App, dürfte dies also zu einem lukrativen Geschäft werden. Denn künftig werden Geschäftskunden zur Kasse gebeten, wie es in einem Blogeintrag heisst.

Der Whatsapp-Geschäftsführer Matt Idema sagt, die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass Firmen schnelle und effiziente Wege brauchen, um Kunden zu bedienen und Verkäufe zu tätigen. «Whatsapp ist in dieser Zeit zu einer einfachen und bequemen Ressource geworden.» Nun gelte es, den Service auszubauen. Dass Whatsapp zu einer kommerziellen Plattform wird, zeichnete sich indes schon länger ab. Denn Facebook hat für die App im Jahr 2014 rund 19 Milliarden Dollar hingeblättert.

Wechat als Vorbild

Als Vorbild für das grosse Whatsapp-Update dürfte das chinesische Wechat gedient haben. Bei uns ist die App zwar nicht sehr bekannt, in Asien aber übermächtig. Einen Termin beim Coiffeur buchen oder mal husch eine 3800 Euro teure Dior-Tasche kaufen? Bei Wechat kein Problem. Das schnelle Bezahlen per Wechat in kleinen Läden? Kein Problem. Das allumfassende Angebot von Wechat ist wohl auch ein Grund, weshalb Nutzer in China ein Drittel ihrer Online-Zeit mit der App verbringen.

Zwar ist Whatsapp beliebt, aber auf einem solch hohen Nutzungs-Niveau wie Wechat dürfte die App von Facebook noch nicht sein. Doch das Potenzial wurde wohl erkannt. Das Nutzer per Whatsapp künftig shoppen können, sorgt bei einigen für Kritik. «Radikales Update bestätigt: Hat Facebook Whatsapp kaputt gemacht?» titelt das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes». Der Autor und Cybersecurity-Experte Zak Doffman glaubt, dass die Dienste Instagram, Facebook und künftig eben auch Whatsapp noch näher zusammenrücken und damit die Privatsphäre der Nutzer leiden könnte.

«Alternativen suchen»

Facebook sagt, man wisse, dass die meisten Nutzer Whatsapp weiterhin nur zur Kommunikation mit Freunden und Familie nutzen werden. «Deshalb werden wir für diesen Bereich weiterhin spannende neue Funktionen entwickeln und die privaten Gespräche unserer Nutzer jederzeit bestmöglich schützen», heisst es.

Das geplante Shopping-Update sei für die meisten Nutzer wohl kein Anlass zur Sorge, doch für diejenigen, die eine saubere Benutzeroberfläche und eine unbelastete Plattform wollen, wird das ein Problem sein, schreibt «Forbes». Darum sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, Alternativen zu Whatsapp zu prüfen, so die Experten. Zu empfehlen sind hier zum Beispiel die Apps Signal und Threema.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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109 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

E.Y

27.10.2020, 19:46

Je mehr Änderungen in WhatsApp desto mehr Menschen werden sich davon abwenden...

Dex

27.10.2020, 18:31

Wieder ein Schritt Richtung Bargeldabschaffung.....

Reiner

27.10.2020, 12:44

Warum nicht einfach belassen wie es ist, wenn mam weiss dass in Zukunft das neue Angebot kaum genutzt wird?