Affenpocken: WHO-Chef rät homosexuellen Männern, Zahl der Sexpartner zu reduzieren

Aktualisiert

AffenpockenWHO-Chef rät homosexuellen Männern, Zahl der Sexpartner zu reduzieren

98 Prozent der Fälle seien bei Männern aufgetreten, die Sex mit anderen Männern haben, sagt die WHO. Am Wochenende hatte die Organisation den Ausbruch der Affenpocken zu einer globalen Notlage erklärt.

1 / 3
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus empfiehlt Männern, die mit Männern Sex haben, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus empfiehlt Männern, die mit Männern Sex haben, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben.

REUTERS
Die WHO hatte am Wochenende den Ausbruch der Affenpocken zu einer globalen Notlage erklärt.

Die WHO hatte am Wochenende den Ausbruch der Affenpocken zu einer globalen Notlage erklärt.

Getty Images
98 Prozent der seit Mai entdeckten Affenpocken-Fälle seien bei homosexuellen, bisexuellen und anderen Männern aufgetreten, die Sex mit Männern gehabt hätten, so der WHO-Chef. 

98 Prozent der seit Mai entdeckten Affenpocken-Fälle seien bei homosexuellen, bisexuellen und anderen Männern aufgetreten, die Sex mit Männern gehabt hätten, so der WHO-Chef. 

AFP

Darum gehts

  • WHO-Chef Ghebreyesus empfiehlt homosexuellen Männern, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben.

  • Fast alle Affenpocken-Fälle seien bei Männern aufgetreten, die Sex mit Männern gehabt hätten.

  • Zuletzt hatte die WHO den Affenpocken-Ausbruch zu einer globalen Notlage erklärt. 

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation hat der von Affenpocken besonders gefährdeten männlichen Gruppe empfohlen, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Mittwoch, 98 Prozent der seit Mai entdeckten Affenpocken-Fälle seien bei homosexuellen, bisexuellen und anderen Männern aufgetreten, die Sex mit Männern gehabt hätten.

WHO empfiehlt «Reduzierung der Zahl der Sexpartner»

Gefährdete Personen dieser Gruppen sollten Schutzmassnahmen ergreifen, sagte der WHO-Chef und erklärte: «Das bedeutet, sichere Entscheidungen für sich selbst und andere zu treffen, für Männer, die Sex mit Männern haben. Das schliesst, für den Moment, die Reduzierung der Zahl der Sexpartner ein.»

Infizierte Personen sollten sich isolieren und Zusammenkünfte vermeiden, bei denen es engen körperlichen Kontakt gebe, sagte Tedros. Von neuen Sexpartnern solle man sich Kontaktdaten für den Fall geben lassen, dass man sie später einmal brauche.

Die WHO hatte am Wochenende den Ausbruch der Affenpocken zu einer globalen Notlage erklärt. Bis Mittwoch wurden 19’000 Fälle in mehr als 75 Ländern registriert; Todesfälle wurden bislang nur aus Afrika gemeldet.

Affenpocken werden «klar durch Sex übertragen»

Die WHO hat betont, dass das Affenpockenvirus jeden infizieren könne, der engen Kontakt mit einer erkrankten Person, kontaminierter Kleidung oder Bettwäsche habe. Die für Affenpocken zuständige leitende WHO-Expertin Rosamund Lewis sagte, man wisse auch sehr genau, dass die Hauptübertragungswege «direkter Kontakt, enger Kontakt, Haut-zu-Haut-Kontakt, vielleicht sogar Kontakt von Gesicht zu Gesicht, Kontakt mit Tröpfchen oder Viren, die im Mund sein könnten», seien.

Ein WHO-Berater für HIV, Hepatitis und sexuell übertragene Krankheiten, Andy Seale, sagte, der derzeitige Ausbruch werde nach Feststellung von Fachleuten «klar durch Sex übertragen». Aber es sei noch nicht entschieden, ob Affenpocken eine sexuell übertragene Krankheit seien. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(dpa/fis)

Deine Meinung