09.04.2020 07:53

«Spiel mit dem Feuer»

WHO empört sich über Trumps giftige Vorwürfe

Die giftigen Vorwürfe von US-Präsident Trump wies die WHO am Mittwoch entschieden zurück und warnte: Wenn keine Einigkeit sichergestellt werden könne, stünde das Schlimmste noch bevor.

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Us-Präsident Donald Trump macht der Weltgesundheitsorganisation schwere Vorwürfe im Umgang mit der Covid-19-Pandemie.

Us-Präsident Donald Trump macht der Weltgesundheitsorganisation schwere Vorwürfe im Umgang mit der Covid-19-Pandemie.

AP
Diese wies die Vorwürfe zurück: «Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen», warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Diese wies die Vorwürfe zurück: «Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen», warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Keystone
Nur Einigkeit helfe, «wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke» riskieren wolle.

Nur Einigkeit helfe, «wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke» riskieren wolle.

Reuters

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Vorwürfe und Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die UN-Organisation mit einem dramatischen Appell gekontert. Das Coronavirus für politische Zwecke zu missbrauchen, sei das Schädlichste, was jetzt passieren könne, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Es gehe um nationale Einheit, das Arbeiten über ideologische und Parteigrenzen hinweg und schliesslich um internationale Solidarität.

«Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen», warnte der WHO-Chef. Trump hatte der WHO mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. Er warf der Organisation vor, nicht genügend aufgeklärt und einen auf China fokussierten Ansatz gehabt zu haben.

«Spiel mit dem Feuer»

Ein Vorgehen, das die Gesellschaft in diesem Moment spalte, sei wie ein Spiel mit dem Feuer, meinte Tedros. Nur Einigkeit helfe, «wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke» riskieren wolle. Statt Länder gegeneinander auszuspielen, käme es jetzt auf einen Schulterschluss zwischen den USA und China an. Ein solches Bündnis habe bei der Bekämpfung der Pocken zu Zeiten des Kalten Kriegs zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion funktioniert. Beide Staaten hätten sich führend an der Ausrottung der Seuche beteiligt, was damals innerhalb von zehn Jahren gelungen sei, sagte Tedros weiter.

Tedros erinnerte daran, dass die WHO bereits seit Anfang Januar ihre Mitgliedsstaaten umfassend über die aufziehende Gefahr gewarnt habe. Ende Januar habe die Organisation eine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» erklärt. Damals habe es erst sehr wenige Sars-CoV-2-Fälle ausserhalb Chinas gegeben. Die WHO unterstütze die internationale Gemeinschaft unermüdlich mit Informationen und auch Material wie Schutzausrüstungen und Tests. (sda)

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