Zehntausende Leben könnten gerettet werden – WHO feiert Durchbruch mit Impfstoff für Kinder gegen Malaria
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Zehntausende Leben könnten gerettet werdenWHO feiert Durchbruch mit Impfstoff für Kinder gegen Malaria

Jedes Jahr erkranken 200 Millionen Menschen an Malaria, 400’000 sterben an der Krankheit. Nun könnte ein neues Medikament die Situation massiv verbessern.

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Die Krankheit tötet jährlich 400’000 Menschen – die meisten Todesopfer sind Kinder.

Die Krankheit tötet jährlich 400’000 Menschen – die meisten Todesopfer sind Kinder.

Reuters
Die Krankheit wird von der Anopheles-Mücke übertragen.

Die Krankheit wird von der Anopheles-Mücke übertragen.

Tamedia
Die Empfehlung der WHO beruht auf Pilotversuchen mit rund 800’000 Kindern.

Die Empfehlung der WHO beruht auf Pilotversuchen mit rund 800’000 Kindern.

Reuters

Darum gehts

  • Im Kampf gegen Malaria ist ein Impfstoff auf den Markt gekommen, der jedes Jahr Hunderttausende retten könnte.

  • WHO-Chef lobte die Einführung des Vakzins RTS,S als «historischen Moment».

  • Zuvor waren mit 800’000 Kindern Feldversuche durchgeführt worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals die breite Anwendung eines Impfstoffes gegen Malaria empfohlen. Das Vakzin RTS,S solle an Kindern in Afrika südlich der Sahara und in anderen Malaria-Regionen verabreicht werden, hiess es am Mittwoch von der UN-Behörde in Genf. «Dies ist ein historischer Moment», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Zusammen mit bisherigen Präventionsmassnahmen könnten nun jährlich Zehntausende junge Leben gerettet werden, sagte er. Die Empfehlung beruht auf Pilotversuchen mit rund 800’000 Kindern in Ghana, Kenia und Malawi. Unter den jungen Geimpften sind tödliche Krankheitsverläufe laut der WHO um 30 Prozent zurückgegangen. Das Vakzin sei sicher, betonte Tedros.

Jedes Jahr gibt es rund 200 Millionen Malaria-Infektionen, überwiegend in Afrika. Viele Menschen stecken sich mehrmals im Jahr an. 400’000 Menschen sterben jährlich dadurch, vor allem Kinder unter fünf Jahren. 94 Prozent der Malaria-Todesfälle verzeichnen afrikanische Länder.

Ohne Behandlung oft tödlich

Malaria wird durch Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch infizierte Mücken auf Menschen übertragen werden. Infizierte bekommen oft Fieber und Schüttelfrost und leiden an Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Bei schweren Verläufen kommen unter anderem Atemnot, Krämpfe und Blutungen hinzu, die meisten schwer betroffenen Menschen sterben ohne ärztliche Behandlung. Der Impfstoff wirkt gegen den tödlichsten mehrerer Malaria-Parasiten, Plasmodium falciparum.

Vor rund 20 Jahren wurde der Schutz vor Mückenstichen in Malaria-Gebieten intensiviert, unter anderem durch den Einsatz von Moskitonetzen für die Nacht, die mit Insektiziden behandelt sind. Dadurch gingen die Infektionszahlen zurück. Seit ein paar Jahren stagnierten sie aber. Seit 2019 laufen die Pilotversuche mit dem Impfstoff in Afrika.

Den Impfstoff entwickelte das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline. Unterstützt wurde das Unternehmen von der Malaria-Impfstoff-Initiative der gemeinnützigen Organisation PATH, die auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Geld erhält.

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(DPA/trx)

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