«Wachsam bleiben»: WHO ruft nach Infektion eines Hundes mit Affenpockenvirus zur Vorsicht auf

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«Wachsam bleiben»WHO ruft nach Infektion eines Hundes mit Affenpockenvirus zur Vorsicht auf

Die Meldung, es habe sich erstmals ein Haustier mit Affenpocken infiziert, hat die Weltgesundheitsorganisation auf den Plan gerufen. Sie mahnt, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. 

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In Paris wurde der weltweit erste Affenpocken-Fall bei Hunden nachgewiesen. 

In Paris wurde der weltweit erste Affenpocken-Fall bei Hunden nachgewiesen. 

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Bei der Infektion handelt es sich gleichzeitig um den ersten gemeldeten Fall einer Mensch-zu-Tier-Übertragung. 

Bei der Infektion handelt es sich gleichzeitig um den ersten gemeldeten Fall einer Mensch-zu-Tier-Übertragung. 

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Experten seien sich des theoretischen Risikos bewusst gewesen, dass es eine derartige Übertragung geben könne. Öffentliche Gesundheitsbehörden würden Betroffene bereits darauf hinweisen, dass sie sich von ihren Haustieren fernhalten sollten, erklärte WHO-Expertin Rosamund Lewis am Mittwoch in Genf.

Experten seien sich des theoretischen Risikos bewusst gewesen, dass es eine derartige Übertragung geben könne. Öffentliche Gesundheitsbehörden würden Betroffene bereits darauf hinweisen, dass sie sich von ihren Haustieren fernhalten sollten, erklärte WHO-Expertin Rosamund Lewis am Mittwoch in Genf.

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Darum gehts

  • In Paris hat sich offenbar ein Hund bei seinen Herrchen mit Affenpocken angesteckt. 

  • Die WHO mahnt Tierbesitzerinnen und -besitzer im Infektionsfall zur Vorsicht. 

  • Auch ein richtiges «Abfallmanagement» sei wichtig.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Menschen mit einer Affenpocken-Infektion dazu aufgerufen, sich von ihren Haustieren fernzuhalten, um eine mögliche Übertragung des Virus zu vermeiden. Die für Affenpocken zuständige WHO-Expertin Rosamund Lewis verwies am Mittwoch in Genf auf den ersten Fall einer Übertragung des Affenpockenvirus vom Menschen auf einen Hund, über den vergangene Woche in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» berichtet worden war.

«Dies ist der erste gemeldete Fall einer Mensch-zu-Tier-Übertragung», sagte Lewis. «Wir glauben, dass es der erste Fall ist, in dem ein Hund infiziert wurde.» Bei dem Fall handelt es sich um zwei in Paris lebende Männer und ihren Hund der Rasse Italienisches Windspiel (siehe Bildstrecke).

«Abfallmanagement» ebenfalls wichtig

Experten seien sich des theoretischen Risikos bewusst gewesen, dass es eine derartige Übertragung geben könne. Öffentliche Gesundheitsbehörden würden Betroffene bereits darauf hinweisen, dass sie sich von ihren Haustieren fernhalten sollten, sagte Lewis. Wichtig sei im Infektionsfall auch das «Abfallmanagement», um das Risiko zu verringern, dass sich Nagetiere und andere Tiere ausserhalb des Haushalts mit dem Virus infizierten.

Betroffene müssten darüber informiert werden, wie sie ihre Tiere schützen könnten und wie sie mit ihrem Abfall umgingen, «damit Tiere grundsätzlich nicht dem Affenpockenvirus ausgesetzt werden».

Darum ist Vorsicht geboten

Wenn Viren auf eine andere Spezies überspringen, besteht die Sorge, dass sie zu einer gefährlicheren Variante mutieren können. Die Sorge der WHO gilt jedoch vor allem Tieren, die nicht mit dem Menschen zusammenleben. Gefährlicher sei es dort, «wo ein Virus in eine kleine Säugetierpopulation mit einer hohen Tierdichte eindringt», sagte WHO-Notfalldirektor Michael Ryan. «Durch den Prozess, dass ein Tier das nächste und das nächste und das nächste ansteckt, kommt es zu einer schnellen Evolution des Virus», erklärte er.

In Bezug auf Haustiere gebe es wenig Grund zur Besorgnis, sagte Ryan. Er gehe nicht davon aus, «dass sich das Virus bei einem einzelnen Hund schneller entwickelt als bei einem einzelnen Menschen», sagte er. «Wir müssen zwar wachsam bleiben», sagte er, aber «Haustiere stellen kein Risiko dar».

Entwicklung der Fallzahlen

Der Affenpocken-Ausbruch wird immer grösser. Der erste Fall der Krankheit wurde am 7. Mai in Grossbritannien gemeldet, rund zwei Wochen später waren es bereits Hunderte Fälle ausserhalb Afrikas. Am 18. August meldet die US-Gesundheitsbehörde CDC 39’434 bestätigte Fälle weltweit, wobei 39’047 davon in Regionen auftraten, in denen das Virus bisher kein Thema war. Auch die Schweiz ist von dem Ausbruch betroffen: Dem Bundesamt für Gesundheit BAG sind 392 nachgewiesene Fälle bekannt. Der erste Fall hierzulande wurde am 21. Mai 2022 im Kanton Bern gemeldet. Meldepflichtig wurden Affenpocken in der Schweiz erst zwei Monate später, am 20. Juli 2022. Kurz darauf wurde der Erreger von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken. Ihren Namen erhielten sie, weil das Virus ursprünglich 1958 bei Affen entdeckt wurde. Die Krankheit kommt aber auch bei anderen Tieren vor. Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt.

Wie würdest du dich von deinem Haustier isolieren?

So erlebte Tiktok-User @thatgaydoctor seine Affenpocken-Infektion, die er mittlerweile überstanden hat, wie er auf seinem Account erzählt.

20min/Tiktok/thatgaydoctor

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