13.08.2019 13:57

Weltweit mehr KrankeWHO schlägt Alarm wegen Masern-Anstieg

Die WHO meldet alarmierende Masern-Zahlen weltweit. Auch in Europa breitet sich die Krankheit rasant aus.

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Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm, denn eigentlich könnten die Masern längst ausgerottet sein. Doch mangelnde Impfbereitschaft verhindert das.

Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm, denn eigentlich könnten die Masern längst ausgerottet sein. Doch mangelnde Impfbereitschaft verhindert das.

Keystone/Sigi Tischler
Dabei führt laut einer US-Studie eine Verringerung der Quote bei der Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) um 5 Prozent zu einer Verdreifachung der Masernfälle.

Dabei führt laut einer US-Studie eine Verringerung der Quote bei der Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) um 5 Prozent zu einer Verdreifachung der Masernfälle.

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Auf die Schweiz angewandt würde das bedeuten, dass die Fallzahl von 66 Fällen (2016) auf knapp 200 steigen würde.

Auf die Schweiz angewandt würde das bedeuten, dass die Fallzahl von 66 Fällen (2016) auf knapp 200 steigen würde.

AP/Rudi Blaha

Im ersten Halbjahr 2019 gab es global gesehen die höchste Zahl an gemeldeten Masernfällen seit 2006 im gleichen Zeitraum. Bis Ende Juli wurden in 182 Ländern nach vorläufigen Zahlen fast 365'000 Masernfälle registriert, fast dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres und mehr als im Gesamtjahr 2018, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf berichtete.

«Millionen Menschen sind weltweit in Gefahr», berichtete die WHO. Sie empfiehlt Reisenden, ihren Impfstatus zu prüfen. Ab einem Alter von sechs Monaten sollte jeder spätestens 15 Tage vor einer Reise in betroffene Regionen geimpft werden.

Dunkelziffer vermutet

2018 wurden weltweit insgesamt gut 350'000 Masern-Erkrankungen gemeldet, mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor. Die WHO betont aber, dass nur ein Bruchteil der tatsächlichen Erkrankungen gemeldet werde.

Die aktuellsten WHO-Schätzungen über die wahren Zahlen beziehen sich auf 2017. Damals seien vermutlich 6,7 Millionen Menschen an Masern erkrankt und 110'000 gestorben. Bis 2016 waren die Masern-Zahlen weltweit rückläufig.

Schwere Schäden

Masern ist eine der ansteckendsten Krankheiten der Welt. Betroffen sind meist Kinder. Überlebende könnten Hirnschäden davontragen oder blind und taub werden. Die WHO verlangt mehr Impfungen.

In der Schweiz liegt die Impfquote bei zweijährigen Kindern, die die zwei zur Immunisierung nötigen Impfdosen erhalten, nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit bei 87 Prozent. Bei den 16-Jährigen liegt sie bei 93 Prozent. Vereinzelte Kitas in der Schweiz verlangen bereits mindestens eine Impfung gegen Masern und Keuchhusten.

Zahlen sprechen Bände

In der WHO-Afrikaregion sei die Zahl der gemeldeten Fälle in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 900 Prozent gestiegen, in der Westpazifikregion um 230 Prozent, so die WHO. In der Europaregion stieg sie um 120 Prozent. Zu der Region zählen neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Content-Kooperation mit Pro7/Sat1. (fee/sda)

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