Anhaltende Übertragungen: WHO sorgt sich wegen Affenpocken um Vorerkrankte, Schwangere und Kinder

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Bei EtablierungWHO sorgt sich wegen Affenpocken um Vorerkrankte, Schwangere und Kinder

Einen internationalen Gesundheitsnotstand hat die WHO nicht ausgerufen, entspannt ist die Lage dennoch nicht. Die Situation sei ernst – vor allem für vulnerable Personen.

Wie bei Tiktoker @thegaydoctor verlaufen Affenpocken-Infektionen meist mild. Doch bei Neugeborenen, Kindern, Schwangeren, alten Menschen und Menschen mit Immunschwächen kann die Erkrankung schwerer verlaufen und in Einzelfällen zum Tode führen.

Tiktok/thatgaydoctor

Darum gehts

  • Die WHO gibt punkto Affenpocken keine Entwarnung. 

  • WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus befürchtet, dass sich das Virus etabliert und Vulnerable trifft.

  • Erste Infektionen von Frauen und Kindern sind bereits bekannt.

Der Ausbruch von Affenpocken-Infektionen in mehr als 50 Ländern bleibt für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine ernsthafte Bedrohung. «Ich bin besorgt, dass die Übertragungen anhalten, denn das würde darauf hindeuten, dass sich das Virus etabliert und Hochrisikogruppen wie Kinder, immungeschwächte Personen und schwangere Frauen treffen könnte», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Dass der aktuelle Ausbruch tatsächlich immer weitere Kreise zieht, zeigt etwa der Blick nach Frankreich. Dort hat sich mindestens eine Frau mit dem Virus infiziert, bei zwei Kindern besteht immerhin der Verdacht.

So breitet sich das Virus aus

Affenpocken werden durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Das Risiko ist nicht auf Menschen beschränkt, die sexuell aktiv sind oder auf Männer, die Sex mit Männern haben. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren, hält das deutsche Robert-Koch-Institut auf seiner Seite fest.

Die Übertragung kann laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG über Haut und Schleimhäute, Hautverletzungen, Atemwegssekrete oder -tröpfchen, aber auch über kürzlich kontaminierte Gegenstände wie Bettwäsche, Handtücher, Kleider und Türgriffe geschehen. Es ist derzeit nicht gesichert, ob Affenpocken auch durch Sperma oder Vaginalsekret verbreitet werden können. Gesichert ist jedoch, dass das Virus durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt auch während sexueller Aktivitäten übertragen werden kann, wie zuletzt auch eine italienische Studie zeigte.

Ein Notfallausschuss aus unabhängigen Experten hatte sich vergangene Woche noch mehrheitlich dagegen ausgesprochen, eine «Notlage von internationaler Tragweite» auszurufen. Das wäre die höchste Alarmstufe der WHO. Das hat keine unmittelbaren praktischen Konsequenzen, würde aber die Aufmerksamkeit der Behörden in aller Welt noch stärker auf das Problem lenken und soll zu noch stärkeren Bemühungen um eine Eindämmung führen.

Der Ausschuss habe sich zwar gegen die Erklärung einer Notlage ausgesprochen, aber keinen Zweifel daran gelassen, dass die Situation ernst sei, sagte Tedros. Elf der Expertinnen und Experten seien gegen die Erklärung einer Notlage gewesen, drei dafür. «Sie empfahlen, den Ausschuss je nach Entwicklung der Lage schnell wieder einzuberufen, und das werde ich auch tun», sagte Tedros. Auch die Virologin Isabella Eckerle vom Genfer Zentrum für neu auftretende Viruskrankheiten spricht sich in einem Tweet dafür aus, die Situation im Auge zu behalten: «Affenpocken müssen sehr ernst genommen werden, nicht nur ein bisschen und nicht zu spät.»

Über 5000 Neuinfektionen in knapp zwei Monaten

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat tagesaktuelle Statistiken über die weltweit gemeldeten Fälle im Jahr 2022 ausserhalb der Länder in Afrika, in denen Affenpocken auch früher schon vorkamen. Mit Datum 29. Juni listete die CDC mehr als 5100 Fälle in diesen Ländern. Dazu kamen etwa 60 Fälle in afrikanischen Ländern mit früheren Ausbrüchen. Aus diesen Ländern meldete die WHO Anfang Juni zudem mehr als 1500 Verdachtsfälle. Das BAG hat derzeit von 81 bestätigten Fällen Kenntnis (Stand: 30. Juni 2022).

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Verglichen mit verwandten Viren aus den Jahren 2018 und 2019 gebe es rund 50 Unterschiede im Erbgut, schreibt ein Team aus Portugal im Fachblatt «Nature Medicine».

Verglichen mit verwandten Viren aus den Jahren 2018 und 2019 gebe es rund 50 Unterschiede im Erbgut, schreibt ein Team aus Portugal im Fachblatt «Nature Medicine».

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Bisher hatten Fachleute mit Blick auf diese Art von Virus von einer grundsätzlich eher langsamen Entwicklung gesprochen.

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Die Autoren vermuteten, dass Enzyme des menschlichen Immunsystems für diese Veränderungen im Genom verantwortlich sind.

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