Gute Aussichten - WHO startet Prüfung von drei potenziellen Covid-19-Medikamenten
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Gute AussichtenWHO startet Prüfung von drei potenziellen Covid-19-Medikamenten

Welche Medikamente können helfen, wenn das Coronavirus Sars-CoV-2 einen erwischt hat? Die Frage ist nach wie vor ungeklärt. In einer Studienreihe soll nun die Antwort gefunden werden.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Prüfung von drei potenziellen Covid-19-Medikamenten angekündigt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Prüfung von drei potenziellen Covid-19-Medikamenten angekündigt.

Wikimedia Commons/Thorkild Tylleskar/CC BY 3.0
Weil die in einer ersten Phase untersuchten antiviralen Wirkstoffe enttäuschten, setzt die WHO nun auf entzündungshemmende Mittel.

Weil die in einer ersten Phase untersuchten antiviralen Wirkstoffe enttäuschten, setzt die WHO nun auf entzündungshemmende Mittel.

REUTERS
Die nun zu prüfenden Präparate wurden ausgesucht, weil kleinere Studien bereits Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit geliefert hätten und sie zudem bereits in grösserem Massstab verfügbar seien, so John-Arne Røttingen, wissenschaftliche Direktor des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Leiter des Lenkungsausschusses des Prüfverfahrens.

Die nun zu prüfenden Präparate wurden ausgesucht, weil kleinere Studien bereits Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit geliefert hätten und sie zudem bereits in grösserem Massstab verfügbar seien, so John-Arne Røttingen, wissenschaftliche Direktor des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Leiter des Lenkungsausschusses des Prüfverfahrens.

Wikimedia Commons/NordForsk/Terje Heiestad/CC BY 2.0

Darum gehts

  • Neben Impfungen könnten auch Medikamente helfen, dem Coronavirus Sars-CoV-2 den Schrecken zu nehmen.

  • Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO nun ein Prüfverfahren angestossen, in dem drei bereits für andere Krankheiten zugelassene Präparate im Hinblick auf Covid-19 untersucht werden sollen.

  • Die in einer ersten Phase bewerteten Medikamente hatten sich nicht als optimal entpuppt.

Gross waren die Hoffnungen, die auf den antiviralen Medikamenten lagen, welche die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2020 in ihre gross angelegte, internationale Studienreihe aufgenommen hatte. An dem sogenannten «Solidarity Trial» können Forschungsteams weltweit teilnehmen. Dadurch soll die Suche nach einem Medikament gegen Covid-19 beschleunigt werden.

Damals lag das Augenmerk vor allem auf antiviralen Präparaten (siehe Box), die vor allem die Ausbreitung des Virus im Körper verhindern sollten. Diese brachten in der Therapie von Covid-19 jedoch nicht den erhofften Durchbruch. «Keines der antiviralen Medikamente hat bei Spitalpatienten eine starke Wirkung gezeigt», erklärt John-Arne Røttingen, wissenschaftlicher Direktor des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Leiter des Lenkungsausschusses des Solidarity Trials.

Diese Präparate enttäuschten

Die vier Medikamente, die in der ersten Phase des Solidarity Trials untersucht wurden und nicht den erhofften Erfolg bringen, sind:

- Chloroquin, also der ursprüngliche Anti-Malaria-Wirkstoff, von dem Hydroxychloroquin abgeleitet ist.

- Remdesivir, ein antivirales Mittel, das zunächst für die Behandlung von Ebola entwickelt wurde.

- Lopinavir und Ritonavir, die in Kombination bei HIV-Infektionen gegeben werden.

- Lopinavir und Ritonavir, ergänzt um Interferon beta.

Das sind die drei Kandidaten

In diesem Jahr hat die WHO drei weitere Medikamente in die Studienreihe aufgenommen. Alle drei wirken entzüngungshemmend, heisst es im Fachjournal «Nature». Getestet werden sollen Infliximab, das zu den monoklonalen Antikörpern gehört und bei der Therapie von Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn eingesetzt wird, das Krebsmedikament Imatinib und das Malariamedikament Artesunat.

Die Präparate wurden für die zweite Phase des Solidarity Trials ausgesucht, weil kleinere Studien bereits Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit geliefert hätten und sie zudem bereits in grösserem Massstab verfügbar seien, so Røttingen.

Befeuert werden die Hoffnungen der Forschenden durch die positiven Erfahrungen unter anderem mit Dexamethason. Dieses kann die Genesungschancen bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten erheblich verbessern. Vor allem, wenn es darum geht, ein lebensgefährliches Überschiessen des Immunsystems, den sogenannten Zytokinsturm, abzufangen. Der Entzündungshemmer wird in vielen Ländern bereits als Standardmedikament bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten eingesetzt. Allerdings bringt es nicht bei allen den gewünschten Erfolg. Auch leicht Erkrankten bringt es keine Vorteile. Daher suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit nach Alternativen.

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