Reaktionen auf neuen YB-Trainer: «Wicky wird mit YB Erfolg haben» – «Nur Sforza hätte mich mehr geärgert»
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Reaktionen auf neuen YB-Trainer«Wicky wird mit YB Erfolg haben» – «Nur Sforza hätte mich mehr geärgert»

Ist Raphael Wicky der richtige Mann an der YB-Seitenlinie? Zwei Fussballexperten finden: Ja. Bei den Fans sind die Meinungen dagegen gespalten. 

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Raphael Wicky kehrt nach fast vier Jahren in die Super League zurück.

Raphael Wicky kehrt nach fast vier Jahren in die Super League zurück.

20min/Matthias Spicher
Der Walliser übernimmt den Posten des Cheftrainers bei den Berner Young Boys (rechts: Sportchef Christoph Spycher).

Der Walliser übernimmt den Posten des Cheftrainers bei den Berner Young Boys (rechts: Sportchef Christoph Spycher).

20min/Matthias Spicher
Nach den Transfers von Filip Ugrinic (Luzern) und Cedric Itten (Glasgow Rangers) gab YB bereits den dritten namhaften Zugang der Woche bekannt.

Nach den Transfers von Filip Ugrinic (Luzern) und Cedric Itten (Glasgow Rangers) gab YB bereits den dritten namhaften Zugang der Woche bekannt.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts 

Er war einer der meistgenannten Kandidaten: Raphael Wicky wird neuer Cheftrainer bei den Berner Young Boys. Damit kehrt der 45-jährige Oberwalliser, der im letzten September seinen Posten beim MLS-Club Chicago Fire räumen musste, nach fast vier Jahren in die Schweiz zurück. Doch kann Wicky den abgelösten Serienmeister zurück zu alter Stärke führen? 

NZZ-Sportjournalist und YB-Kenner Fabian Ruch zeigt sich optimistisch. Trotz seines eher erfolglosen Engagements beim FC Basel von 2017 bis 2018 geniesse Wicky nach wie vor einen guten Ruf und sei im letzten Sommer gar Kandidat für den Posten des Nati-Trainers gewesen. «Wicky hat herausragende menschliche Qualitäten, ist intelligent und reflektiert – und damit Sportchef Christoph Spycher sehr ähnlich», sagt Ruch.  

«Wicky wird mit YB Erfolg haben»

Hier sieht der Sportjournalist aber auch einen potenziellen Stolperstein. Mit seiner Art reihe sich Wicky nahtlos in die auf Harmonie bedachte Berner Führungsriege um Spycher, von Bergen, Chapuisat und Castella ein: «Es stellt sich die Frage, ob nicht ein Trainer geeigneter wäre, der intern mehr Reibung erzeugt – und ob in dieser Konstellation die Diskussionen in Krisenzeiten vielleicht nicht zu harmonisch ausfallen werden.» Dies ist allerdings Ruchs einziges Fragezeichen. Insgesamt ist er überzeugt: «Wicky wird mit YB Erfolg haben.»

Auch Gabriel Haldimann, Moderator bei Radio Gelb-Schwarz, streicht vor allem Raphael Wickys «enorme Sozialkompetenz» heraus. Doch sei auch dessen sportlicher Leistungsausweis nicht zu verachten: Gerade in den Nachwuchsabteilungen des FC Basel und des US-amerikanischen Fussballverbandes habe Wicky eine erfolgreiche Zeit gehabt.

Nach vier Meistertiteln und einer folglich eingetretenen Sättigung brauche es bei YB dringend neue Impulse, sagt Haldimann. Er ist sich sicher: Die diese Woche vorgestellten Neuzugänge – der Trainer sowie die Spieler Ugrinic und Itten – würden für neuen Hunger in der Mannschaft sorgen. «Mit dieser Mentalität müssen wir uns keine Sorgen machen, dass wir nächsten Mai wieder mindestens einen Titel in Bern feiern werden.»

«Nur Sforza hätte mich mehr geärgert»

Während die beiden Medienschaffenden Wickys Wahl positiv aufnehmen, sind die Fans gespalten. «Nur Sforza hätte mich noch mehr geärgert. Ich sehe das sehr kritisch», schreibt ein User auf Twitter. Ein anderer spricht auf Facebook von einer Lösung, die wohl unter Druck entstanden sei: «Er war sicher nicht die erste Wahl, sonst hätte man ihn schon lange angekündigt. Die Favoriten wollten oder konnten nicht.» 

Die Verpflichtung des Wallisers sei eine «mutige und überraschende Entscheidung», meint dagegen ein weiterer Facebook-User: «Doch ich bin überzeugt, dass sich der Mut auszahlen wird.» Auch ein 20-Minuten-Leser glaubt, dass Wicky der richtige Mann an der YB-Seitenlinie ist: «Wicky ist meines Erachtens ein moderner, immer noch junger Trainer mit einer eigenen Handschrift. Mit ihm kann man etwas aufbauen.»  

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(sul)

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