Katze harrt drei Tage auf Baum aus - «Ich wollte sie fangen, aber sie war einfach zu schnell»
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Katze harrt drei Tage auf Baum aus«Ich wollte sie fangen, aber sie war einfach zu schnell»

Als die Feuerwehr den Ast ansägte, auf dem die Katze sass, kehrte das Tier dem Baum den Rücken und machte sich davon. «Alles richtig gemacht», sagt der Tierschutz.

von
Steve Last
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Diese Katze hielt sich tagelang auf einem Baum in Mettau AG auf.

Diese Katze hielt sich tagelang auf einem Baum in Mettau AG auf.

News-Scout
Mehrfach wurde versucht, das Büsi einzufangen und aus seiner misslichen Lage zu retten.

Mehrfach wurde versucht, das Büsi einzufangen und aus seiner misslichen Lage zu retten.

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Weil sich die Katze zu schnell durch die Baumkrone bewegte, konnten die menschlichen Helfer wenig tun.

Weil sich die Katze zu schnell durch die Baumkrone bewegte, konnten die menschlichen Helfer wenig tun.

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Darum gehts

  • Eine Katze verbrachte mehrere Tage in einem Baum in Mettau AG.

  • Mehrere Versuche, das Tier zu retten, scheiterten.

  • Während eines Feuerwehreinsatzes sprang die Katze ab und entkam.

Wer schon einmal versucht hat, eine Katze einzufangen, weiss, wie schwierig der Einsatz der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen am Samstag war. Das Tier befand sich bereits seit mehreren Tagen bei Wind und Wetter auf einem Baum an der Hauptstrasse in Mettau AG.

«Die Katze war durchnässt und hungrig und wollte nicht runter», sagt ein News-Scout, der den Einsatz beobachtet hat. Ein erster Versuch, das Tier zu retten, sei bereits gescheitert, als am Samstag die Feuerwehr anrückte. «Als sie den Ast absägten, ist die Katze in eine Hecke gefallen und davongerannt», so der News-Scout.

Katze entkommt Rettern

Der Feuerwehrkommandant bestätigt den Einsatz auf Anfrage von 20 Minuten. Man habe eine Leiter gestellt, es mit einem Netz und mit Futter als Lockmittel versucht. Die Katze habe aber alle Versuche vereitelt und sich sehr agil durch die Baumkrone bewegt.

Nachdem ihre Ausweichmanöver die Katze auf einen tiefergelegenen Ast geführt hatten, habe man sich entschlossen, ihn anzusägen. «Als sich der Ast zu senken begann, sprang die Katze über einen anderen Ast auf den Boden und rannte davon. Sie machte einen unverletzten Eindruck», sagt der Kommandant. Er schätzt die Höhe auf zwei bis drei Meter.

«Sie war einfach zu schnell»

«Wir wollten sie eigentlich einfangen und zum Tierarzt bringen, weil sie schon so lange auf dem Baum war», so der Kommandant weiter. Dann hätte man sie untersuchen und an ihre Besitzer zurückgeben können. Leider sei das Tier nicht als vermisst gemeldet, so habe man auch keine Vertrauensperson herbeiziehen können.

«Ich wollte sie fangen, aber sie war einfach zu schnell», erinnert sich der Kommandant. Von der Leiter aus habe ein Feuerwehrmann noch gesehen, wie das Büsi über die Hauptstrasse zwischen den Häusern in Richtung Bach entkam. Eine Suche dort sei jedoch ergebnislos verlaufen. Leider habe man dem Tier nicht weiter helfen können, hält er fest.

«Besondere Situation»

«Es kommt nicht selten vor, dass sich Katzen auf Bäume verirren und diese nicht mehr selbständig verlassen können», sagt Bianca Körner der Stiftung Tier im Recht (TIR). Das könne durchaus das Wohlergehen des Tieres gefährden. «Die Bergung einer Katze kann durchaus problematisch sein, vor allem wenn sie scheu oder verwildert ist», sagt sie. Das Vorgehen der Feuerwehr könne sie nicht abschliessend beurteilen. Sollten andere Optionen mit geringerer Absturzgefahr für das Tier aber nicht verfügbar gewesen sein, sei das Ansägen des Astes wohl verhältnismässig.

«Die Katze war offenbar länger im Baum, wo sie weder essen noch trinken kann», sagt Daniel Bader von der Stiftung Tierschutz beider Basel (TBB). Das könne kein Dauerzustand sein. Darum sei es in erster Linie wichtig, dass das Tier am Ende wieder auf dem Boden war, wo es es hingehöre. «So kann sie wieder an Wasser und Nahrung kommen, ob durch Suche oder eine Rückkehr nach Hause», betont Bader.

«Es ist sicher schwierig, eine Katze so einzufangen. Durch die fremden Menschen war sie wohl noch zusätzlich unter Druck», so Bader weiter. Er hebt positiv hervor, dass versucht wurde, das Tier zunächst mit Nahrung zu locken. «Die Feuerwehr ist für solche Einsätze zuständig und hat aus meiner Sicht alles richtig – und wohl nicht zum ersten Mal – gemacht», bilanziert er.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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