«Anwohner haben Angst»: Widerstand gegen Asylzentrum in Winterthur
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«Anwohner haben Angst»Widerstand gegen Asylzentrum in Winterthur

Der Bau des geplanten Asylzentrums im Mattenbachquartier in Winterthur soll im Sommer 2015 starten. Doch nun wurde überraschend Rekurs eingelegt.

von
wed
Neben dem Busdepot Grüzefeld in Winterthur soll ab Sommer 2015 ein Asylzentrum gebaut werden.

Neben dem Busdepot Grüzefeld in Winterthur soll ab Sommer 2015 ein Asylzentrum gebaut werden.

Der Bau des Asylzentrums in Winterthur, das 120 Asylsuchenden Platz bieten soll, war eigentlich schon eine sichere Sache. Im Mai stimmte der Gemeinderat dem Kredit von über 4,6 Millionen Franken zu, die Baubewilligung wurde am 20. November 2014 erteilt. Doch gegen diese Bewilligung hat nun die benachbarte Metallbaufirma Nill Rekurs eingereicht.

Mario Bugatti, der damalige Präsident des Quartiervereins Gutschick-Mattenbach, versicherte im vergangenen Jahr, dass sich bis dato kein Widerstand geregt hatte. Doch Bugatti ist nun nicht mehr im Amt – und Vizepräsident Christopher Gafner zeichnet ein anderes Bild der Situation: «Etwa ein Dutzend Alteingesessene haben mir gesagt, dass sie wegen des Asylheims wegziehen wollen», sagte Gafner zum «Landboten». Die Leute hätten Angst – wovor ist aber unklar: «Das ist sehr individuell und nicht immer exakt beschreibbar», sagt Gafner.

Sorgen um Gutschick-Schulhaus

Ein weiteres Problem sehen die Anwohner in der zusätzlichen Belastung des Schulhauses Gutschick. Denn dieses hat bereits heute den höchsten Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in der ganzen Stadt. 30 weitere Kinder würden den Rahmen sprengen, glauben Kritiker.

Wieso die Anwohner sich erst so kurzfrisitig zu Wort melden, ist für Gafner auch klar: «Das liegt an der Schwäche des Quartiervereins.» Der Verein sei nicht schlagkräftig und «hat null Lobby». Doch dies soll sich in Zukunft ändern – es soll eine Plattform geben, die sich für die Interessen des Quartiers einsetzt.

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