Luzern: Widerstand gegen den «Junkie-Pass»
Aktualisiert

LuzernWiderstand gegen den «Junkie-Pass»

Wer in der Gassenküche essen oder Drogen konsumieren will, muss künftig für beide Angebote einen speziellen Ausweis vorweisen. Konsumenten fühlen sich diskriminiert.

von
Guy Studer

Im Juli und August werden die neuen Ausweise eingeführt – je einer für die Gassenküche sowie die Kontakt- und Anlaufstelle (K+A). Die Ausweise, die ab September obligatorisch sind, enthalten ein Foto, den Namen und die Gültigkeitsdauer. «Sie dienen dem Schutz der Konsumenten und Mitarbeiter», sagt Fridolin Wyss von der Kirchlichen Gassenarbeit. Das will Konsument und Gassenküche-Nutzer Timo K.* nicht gelten lassen: «Sie dienen nur der Kontrolle und sind diskriminierend», sagt er, «ich bin nicht der Einzige, der dies so sieht.» Einen solchen Ausweis wolle er nicht im Portemonnaie, «schliesslich konsumiere ich nicht regelmässig». Er wolle bei eventuellen Kontrollen durch die Polizei nicht stigmatisiert sein. Zudem sei er auf Stellensuche.

In Zürich gibt es ebenfalls Ausweise für die K+A. Dort zeigen die Behörden allerdings mehr Feingefühl: «Die Angst vor dem Ausweis ist vorhanden, wir respektieren das», sagt Michael Herzig, Geschäftsbereichsleiter Sucht und Drogen der Stadt Zürich. Man könne deshalb auch zusammen mit der ID die Kopie einer Niederlassungsbestätigung für die Stadt vorweisen.

* Name geändert

Deine Meinung