Seegräben ZH: Widerstand gegen die Jucker-Farm

Aktualisiert

Seegräben ZHWiderstand gegen die Jucker-Farm

Die Gebrüder Jucker freuen sich über die Besucherströme auf ihrem Erlebnishof - viele Bewohner sehen das anders. Eine Abstimmung droht den Kürbiskönigen die Suppe zu versalzen.

von
Brigitte Büchel

Kindergeburtstage, Firmenanlässe und sogar Hochzeiten werden auf dem Juckerhof gefeiert. Doch das erfreut nicht alle: Die Bewohner von Seegräben sind dem Erlebnishof in ihrer Nachbarschaft nicht wohlgesinnt. Sie möchten Grossveranstaltungen auf dem Juckerhof einschränken. «Es gibt ihm Dorf halt viele Neider», meint eine Anwohnerin. In der idyllischen 1200-Seelen-Gemeinde regt sich schon seit Jahren Widerstand gegen das Jucker-Imperium. Der Grund: Die Anwohner fühlen sich gestört durch die unzähligen Gäste, die das Dörfchen am Pfäffikersee regelrecht überrennen und ihnen neben der Ruhe vor allem auch die Parkplätze stehlen.

Am Dienstagabend wird an einer Gemeindeversammlung über das Schicksal des Hofs entschieden. Die Bürger von Seegräben können abstimmen, ob grosse Veranstaltungen mit über 200 Personen in Zukunft bewilligungspflichtig sein sollen. Falls die Vorlage angenommen wird, stehen Beat und Martin Jucker vor einer bürokratischen Hürde, denn auf ihrem Hof finden regelmässig grössere Veranstaltungen statt.

Elisabeth Wiesmann wohnt unmittelbar neben dem Juckerhof. Sie glaubt nicht, dass die Abstimmung etwas bringen wird: «Auch wenn die Vorlage angenommen wird, hängt immer noch alles davon ab, ob die Gemeinde dann auch wirklich durchgreift.» Martin Jucker bringt das Ganze nicht aus der Fassung. «Bewilligungspflicht bedeutet nicht, dass man die Bewilligung nicht einhält», sagt er, sortiert in aller Ruhe seine Kürbisse und wartet das Ergebnis der Abstimmung ab.

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