Widerstand gegen Irak-Resolution bei der UNO
Aktualisiert

Widerstand gegen Irak-Resolution bei der UNO

In New York stiessen Amerikaner und Briten mit ihrer Irak- Resolution bei der UNO auf Widerstand. Der künftige US-Botschafter in Bagdad John Negroponte signalisiserte Gesprächsbereitschaft.

Wie Negroponte erklärte, seien die Vereinigten Staaten zu Verhandlungen über die Resolution "in begrenztem Umfang bereit".

Deutschland, Frankreich und weitere Ratsmitglieder machten deutlich, dass sie Abstriche an der von Washington verlangten uneingeschränkten militärischen Macht auch nach der Machtübergabe Ende Juni erwarten.

Frankreichs UNO-Botschafter Jean-Marc de La Sablière sagte, das Mandat müsse klar zeitlich begrenzt werden. Falls später eine demokratisch legitimierte Regierung in Bagdad die USA bitten sollte, weiterhin Truppen in Irak einzusetzen, werde Paris damit «keine Probleme haben».

Die USA hatten die «Überprüfung» des Mandats nach zwölf Monaten angeboten. Dies sei ein «kaum verhüllter diplomatischer Trick», erklärten europäische UNO-Diplomaten. Da Washington über ein Vetorecht im Sicherheitsrat verfüge, würde es alle Forderungen nach Abzug seiner Truppen unterbinden können.

Inzwischen haben im Irak der radikale Schiitenführer Muktada el Sadr und die US-geführten Koalitionstruppen in der heiligen Schiitenstadt Nadschaf eine Waffenruhe vereinbart.

Damit sollten weitere Verhandlungen zwischen beiden Parteien ermöglicht werden, sagte der Chef der an den Gesprächen beteiligten Organisation Islamische Aktion, Scheich Mohammed Mussawi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Er machte keine Angaben dazu, ob die Waffenruhe auch für weitere Städte gilt.

Zuvor hatte bereits ein ranghoher Mitarbeiter der US-Regierung in Washington erklärt, El Sadr sei zu einem Waffenstillstand bereit. Die Lage in den seit Wochen umkämpften Städten Nadschaf, Kufa und Kerbela sei «anscheindend friedlich» geklärt worden, sagt der Mitarbeiter.

Ein weiterer Regierungsbeamter sagte, El Sadr und eine Gruppe von irakischen Geistlichen hätten sich am Mittwochabend zu einer Waffenruhe bereit erklärt.

Rückzug aus öffentlichen Gebäuden

Den Angaben zufolge sollen damit nicht nur die seit Wochen andauernden Kämpfe zwischen Schiiten und Besatzungstruppen ein Ende haben, sondern auch El Sadrs Anhänger sich aus öffentlichen Gebäuden in den drei Städten zurückziehen.

El Sadr hatte vor knapp zwei Monaten zum Kampf gegen die Besatzer aufgerufen; seitdem lieferten sich seine Anhänger und die Koalitionstruppen in den Schiitenstädten heftige Gefechte. Der Prediger hält sich in Nadschaf verschanzt.

(sda)

Deine Meinung