Aktualisiert 13.08.2009 16:57

GenferseeWiderstand gegen Schumis Privathafen

Gegen das Hafen-Projekt auf dem Gebiet der Waadtländer Gemeinde Gland sind rund ein Dutzend Einsprachen eingegangen. Der Hafen sei mit 600 Quadratmetern völlig überdimensioniert.

Eine davon stammt vom Verein «Rives Publiques», der sich für den freien Zugang zu den See- und Flussufern in der Schweiz einsetzt. Laut einer «Rives Publiques»-Medienmitteilung vom Donnerstag möchte der frühere Formel-1-Fahrer vor seinem Anwesen einen Hafendamm von mindestens 49 Meter bauen. Das Hafenbecken würde ungefähr 600 Quadratmeter messen.

Bei der Gemeinde wollte man diese und weitere Grössenangaben von «Rives Publiques»-Präsident Victor von Wartburg nicht bestätigen. Die Gemeindeangestellte verwies lediglich auf die öffentliche Auflage des Dossiers.

«Überdimensioniert»

Laut «Rives Publiques» ist ein Hafenbecken von 600 m2 zumindest völlig überdimensioniert und überflüssig. Schumachers Anwesen verfüge bereits über einen 14,5 Meter langen Bootssteg.

Vor kurzem sei in Nyon - dank Einsprachen - das Projekt einer privaten Bootsanlegestelle deutlich redimensioniert worden. Es wäre deshalb unverständlich, wenn im Falle Schumachers anders verfahren würde. Zudem bestehe auf Schumachers Parzelle ein Wegrecht, das nicht durchgesetzt werde.

Eingesprochen hat auch die Umweltorganisation Pro Natura. Da der Abschnitt gemäss Richtplan in einem Schutzgebiet für Wasser- und Zugvögel von nationaler und internationaler Bedeutung liegt, fordert Pro Natura deutlich mehr ökologische Ausgleichsmassnahmen, wie ein Sprecher von Pro Natura Waadt erklärte.

Güterabwägung zugunsten der Eigentümer

Der Widerstand von «Rives Publiques» ist viel grundsätzlicher. Von Wartburg und seine Mitstreiter sind der Ansicht, dass die Ufer der Gewässer der Öffentlichkeit gehören. Sie berufen sich dabei auf Artikel des Zivilgesetzbuches und des Raumplanungsgesetzes.

Das Bundesamt für Raumplanung (ARE) teilt diese Auffassung nicht. Zwar gebe es den Grundsatz, dass See- und Flussufer freigehalten und der öffentliche Zugang erleichtert werden sollte. Dieses Prinzip müsse aber gegen andere Grundsätze abgewogen werden. Einen direkten Anspruch auf Uferzugang gebe es deshalb nicht, so das Are.

Nur 60 Meter Seeufer zugänglich

Die Raumplaner fordern indes die Kantone auf, den Uferzugang zu verbessern. Sie teilen dabei die Ansicht von Wartburgs, dass der Zugang zu oft zu stark eingeschränkt ist.

Laut von Wartburg sind in Gland von den 4090 Meter Seeufer nur 60 Meter offiziell frei zugänglich. Auf den anderen Abschnitten ist der Zugang, wegen Anwesen wie denen von Michael Schumacher oder Alinghi- Besitzer Ernesto Bertarelli, erschwert oder unmöglich.

(sda)

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