Niederdorf BL: Widmer-Schlumpf beeindruckt vom Arxhof
Aktualisiert

Niederdorf BLWidmer-Schlumpf beeindruckt vom Arxhof

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat am Montag die Straf- und Massnahmenvollzugsanstalt Arxhof im Baselbiet besucht. Sie äusserte sich danach sehr positiv über das Vollzugskonzept für junge Delinquenten, das in der Schweiz so nur der Arxhof durchführt.

Die sozialtherapeutische Institution Arxhof bei Niederdorf BL wird vom Strafvollzugskonkordat der Nordwest- und Innerschweiz getragen. Mit ihrem Vollzugskonzept stehe sie ohne andere Beispiele da, sagte Widmer-Schlumpf nach ihrem Besuch vor den Medien.

Bei ihrem Besuch führte sie auch Gespräche mit Bewohnern. Der Arxhof habe einen «ganz offenen Massnahmenvollzug», sei aber «geschlossener als ein Gefängnis», gab die Bundesrätin danach eine Aussage eines Jugendlichen wider.

Denn wer Regeln verletze, müsse in der Gruppe Rechenschaft ablegen und sich damit auseinandersetzen. Das sei sehr hart, während man im Gefängnis derlei verdrängen könne. Zudem hätten die jungen Delinquenten die «Riesenchance», eine Lehre zu absolvieren.

Beobachtet werde der Schweizer Strafvollzug bei Jugendlichen auch im Ausland, sagte Widmer-Schlumpf zudem. So liege die Rückfallquote bei Arxhof-Bewohnern bei 26 Prozent. In Deutschland etwa, wo der Vollzug viel härter sei, betrage sie rund 80 Prozent.

Die Strafe sei für Opfer als Genugtuung wichtig, sagte die Bundesrätin. Wenn es aber gleichzeitig Ziel sei, junge Delinquenten zu resozialisieren und wieder in die Gesellschaft einzugliedern, sei ein Vorgehen wie auf dem Arxhof «der richtige Weg».

Jugendgefängnis: noch keine Entscheide

Noch nicht weitergekommen ist das Vorhaben einer geschlossenen Anstalt für Jugendliche, wie an dem Mediengespräch weiter zu erfahren war. Gemäss einer Projektstudie von 2008 könnten beim Arxhof 18 Vollzugsplätze für 17,4 Millionen Franken gebaut werden.

Eine solche Vollzugsanstalt wird vom Schweizer Jugendstrafrecht verlangt, das seit 2007 in Kraft steht. Mit dem Projekt beim Arxhof würden sich die andern Konkordatskantone bisher aber noch schwer tun, sagte die Baselbieter Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro.

Entscheide müssten noch 2010 fallen, solle die Anstalt bis 2017 in Betrieb sein, führte Pegoraro aus; sie zeigte sich aber weiter zuversichtlich. Zum Nordwest- und Innerschweizer Strafvollzugskonkordat gehören der Aargau, Baselland, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz, Solothurn und Zug (sda)

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