Aktualisiert 13.07.2008 07:12

Schweiz

Widmer-Schlumpf gegen Sterbetourismus

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf will dem Sterbetourismus einen Riegel schieben. Es soll künftig nicht mehr möglich sein, dass jemand in die Schweiz einreise und schon am nächsten Tag von einer Sterbehilfeorganisation in den Tod begleitet wird.

Zu diskutieren sei eine Mindestdauer zwischen dem ersten Kontakt mit einer Sterbehilfeorganisation und dem Tod, sagte die Bundesrätin in einem Interview der «SonntagsZeitung». Diese Zeitspanne sollte landesweit einheitlich sein. Widmer-Schlumpf will von den Sterbehilfeorganisationen zudem volle Transparenz über die Finanzen und über die Kompetenzen der in der Sterbehilfe tätigen Personen verlangen. Jeder Fall müsse lückenlos dokumentiert werden. Auch die Schrankenlosigkeit beim Einsatz der Mittel müsse verhindert werden, sagte die Justizministerin mit Blick auf den Einsatz von Helium. Sie war vom Bundesrat am vergangenen 2. Juli beauftragt worden, gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe vertieft zu prüfen. Die Regierung wechselte damit ihre Haltung, hatte sie sich doch unter Widmer-Schlumpfs Vorgänger Christoph Blocher noch gegen zusätzliche Regelungen der Sterbehilfe auf Gesetzesstufe ausgesprochen. (dapd)

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