FC Thun: Widmer-Schlumpf: Urteile in Sex-Affäre sind zu mild
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FC ThunWidmer-Schlumpf: Urteile in Sex-Affäre sind zu mild

Die Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf äussert Kritik am neuen Sanktionssystem im Strafrecht. Urteile etwa wie in der Sex-Affäre um den FC Thun seien «nicht abschreckend», meint die Bundesrätin.

«Die bedingte Geldstrafe und auch die Ansätze werden wir überprüfen», sagte die Justizministerin der «Berner Zeitung». Urteile wie in der Sex-Affäre um den FC Thun seien nicht abschreckend.

Die mit der Revision des Strafrechts auf den 1. Januar 2007 eingeführten bedingten Geldstrafen sind in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt in die Kritik geraten. So will etwa die SVP zu den alten Strafen zurückkehren.

Bedingte Geldstraf soll überdacht werden

In dem heute veröffentlichten Interview der «Berner Zeitung» gibt Widmer-Schlumpf zu bedenken, auch das alte System sei nicht zufrieden stellend gewesen. Sie wolle aber die bedingte Geldstrafe und auch die Ansätze überprüfen.

«Strafen müssen den Betroffenen empfindlich treffen und auch eine präventive Wirkung haben», sagte die Justizministerin. Sie könne deshalb verstehen, dass Urteile wie in der Sex-Affäre um den FC Thun in Frage gestellt würden.

«Präventive Wirkung kaum vorhanden»

Die Täter wurden dort wegen sexuellen Handlungen mit einem Mädchen mit Bussen und bedingten Geldstrafen bestraft. «Diese Urteile wirken nicht abschreckend, und auch die präventive Wirkung ist kaum vorhanden», sagte Widmer-Schlumpf. Es sei allerdings nicht sicher, ob bedingte Gefängnisstrafen von zwei bis drei Monaten mehr bringen würden.

Im neu eingeführten Recht seien zweifellos Schwachpunkte vorhanden, sagte die Justizministerin weiter. «Diese wollen wir ermitteln und wenn nötig korrigieren.» Allerdings müssten noch mehr Erfahrungen gesammelt werden. «Bis Mitte nächsten Jahres wissen wir mehr», sagte Widmer-Schlumpf. (dapd)

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