Grosser Eisenbahnraub: Wie 17 Räuber die britische Post ausnahmen

Aktualisiert

Grosser EisenbahnraubWie 17 Räuber die britische Post ausnahmen

Vor 50 Jahren überfiel eine Räuberbande den Postzug von Glasgow nach London und erleichterte die Royal Mail um 2,6 Millionen Pfund. Der Coup ging als «The Great Train Robbery» in die Geschichte ein.

von
jcg

2'631'784 Pfund Sterling: Diese enorme Summe (heute etwa 60 Millionen Franken) erbeuteten die Gangster, die in der Nacht auf den 8. August 1963 auf offener Strecke einen Postzug stoppten und ausräumten. Der Überfall spielte sich nahe der Ortschaft Mentmore in der englischen Grafschaft Buckinghamshire nördlich von London ab. Wie der akribisch geplante Raub vonstattenging, erklärt die Infografik.

Einige der Täter brachten es in der Folge aus unterschiedlichen Gründen zu einiger Prominenz. Ronald Edwards, genannt Buster, gelang nach dem Raub zusammen mit einem Mittäter die Flucht nach Mexiko. Doch bereits 1966 kehrte er ohne Geld nach England zurück und stellte sich der Polizei. Sein Schicksal wurde 1988 verfilmt mit Phil Collins in der Hauptrolle als Buster.

Luxusleben in Brasilien

Zur grössten Berühmtheit hat es im Nachhinein aber Ronnie Biggs gebracht, obwohl er innerhalb der Bande eher eine kleine Nummer war. Biggs gelang 1965 nach 15 Monaten Haft die Flucht. Er schlug sich nach Paris durch, wo er sein Äusseres chirurgisch verändern liess. 1970 zog er mit seiner Familie nach Australien.

Nachdem er dort erkannt worden war, setzte er sich nach Rio de Janeiro ab. Da Brasilien kein Auslieferungsabkommen mit Grossbritannien hatte, konnte er dort ohne Angst vor Verfolgung leben. Er wurde in der Folge zum Liebling der Boulevardpresse und eine lokale Touristenattraktion. 2001 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen nach Grossbritannien zurück, wo er prompt verhaftet wurde. 2009 wurde er nach insgesamt 10 Jahren Haft begnadigt. So konnte er diesen März an der Beisetzung von Bruce Reynolds, dem Kopf der Eisenbahnräuberbande, teilnehmen.

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