Ferrari FF: Wie aus einer anderen Welt
Aktualisiert

Ferrari FFWie aus einer anderen Welt

Wer das Manettino im neuen Ferrari FF richtig bedient, fährt mit der ganzen Familie Achterbahn.

Wer das Manettino richtig bedient, fährt mit der Familie Achterbahn.

Wer das Manettino richtig bedient, fährt mit der Familie Achterbahn.

Ein Supersportwagen mit vier Sitzen und Allradantrieb? Dieses Versprechen hat Porsche zwar gegeben, aber mit dem Panamera nicht eingelöst. Zu schwer wiegt der Allradantrieb, zu schwach – im Verhältnis zum Versprechen – sind die Motoren. Und zu durchschnittlich das Design. Doch das ist Geschmacksache.

Auch beim Ferrari FF. Für die einen ist das «Kombi-Heck» des neuesten Renners ein Verbrechen, für die anderen schon wieder ein Versprechen. Und die Italiener halten Wort: Auch wenn auf den vier Sitzen vier erwachsene Personen reisen, bleibt der FF ein echter Supersportler. Im besten Fall spurtet er in 3,7 Sekunden auf Tempo 100. Ebenso eindrücklich: Das Gegenteil schafft er in 2,7 Sekunden.

Für die Beschleunigung sorgt ein 660 PS starker 12-Zylinder, der seine Kraft primär an die Hinterräder abgibt, im Bedarfsfall – zum Beispiel auf Schnee – aber auch an die Vorderräder. Dazu benötigen die Italiener keine Verbindung zwischen den beiden Achsen, sondern die sogenannte PTU (Power Transfer Unit), die das Drehmoment direkt von der Kurbelwelle an die vorderen Räder leitet.

Was kompliziert tönt, bemerkt der Fahrer nicht – das alles wird von der Elektronik geregelt. Ohnehin kann man es sich hinter dem Lenkrad des FF gemütlich machen, denn über das Manettino lässt sich das Auto nach Wunsch programmieren und bewegen. Wer aber auf «Sport» stellt und die Paddles am Lenkrad richtig bedient, der holt echtes Formel-1-Feeling in die gute Stube, die mit edelstem Leder ausgeschlagen ist und auf allen Plätzen mit viel Komfort überrascht.

Apropos Überraschung: Dass Ferrari den FF mit Start-Stop-System ausrüstet, ist zwar das richtige Signal. Doch es gibt wohl keinen Motor auf der Welt, bei dem man das sonore Grollen und Fauchen so vermisst wie beim V12 aus Maranello. Und der Verbrauch sinkt wohl trotzdem nie unter 15,4 Liter. Übrigens: Der FF kostet 360 000 Franken – also 90 000 pro Sitzplatz. Kein Wunder fährt man da «First Class». (20 Minuten)

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