Aktualisiert 05.05.2015 09:27

14 Tore in 3 SpielenWie Babbel den FCL zur Tormaschine formte

Der FC Luzern erzielte in der letzten Woche in drei Meisterschaftspartien 14 Tore. Gleich viele schoss der FCZ – in 15 Spielen.

von
ete
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Da nützen alle Diskussionen nichts. Elvedi reisst Steffen abseits des Spielgeschehens im Strafraum um und verschuldet einen Penalty.

Da nützen alle Diskussionen nichts. Elvedi reisst Steffen abseits des Spielgeschehens im Strafraum um und verschuldet einen Penalty.

FreshFocus/Andreas Meier/freshfocus
Hoarau versenkt den Ball in den Maschen.

Hoarau versenkt den Ball in den Maschen.

Keystone/Valeriano di Domenico
Brecher ist mit Abstand der beste Zürcher auf dem Platz. Kurz vor Schluss rettet er zweimal gegen Steffen und Gerndt.

Brecher ist mit Abstand der beste Zürcher auf dem Platz. Kurz vor Schluss rettet er zweimal gegen Steffen und Gerndt.

Keystone/Valeriano di Domenico

«Wer die Tore nicht macht, gewinnt keine Spiele», lautet eine Fussballer-Weisheit. Nicht gerade originell – aber wahr. Das denkt sich dieser Tage wohl auch FCZ-Trainer Urs Meier, denn auch seine Offensivkräfte bringen das Runde kaum mehr ins Eckige. Tore kann man nicht befehlen.

«Aber man kann sie erarbeiten», sagt FCL-Trainer Markus Babbel. Seine Luzerner haben in den letzten drei Partien das Runde gleich 14 Mal im Eckigen untergebracht. Für gleich viele Tore benötigte der FCZ 15 Liga-Spiele. Aber wie trainiert man das?

Gute Physis als Erfolgsrezept

«Ich bin kein Freund des gängigen Torschuss-Trainings. Es bringt nicht viel», sagt Babbel. «Man kann viele Spielzüge und Situationen nachstellen, die spielnah sind, aber wie oft kommt man in einem Spiel schon frei aus 16 Metern zum Schuss und hat keinen Gegner dazwischen?»

Der Europameister von 1996 hält sich lieber an das Vermitteln von Sicherheit und Selbstvertrauen, denn das könne man sehr wohl trainieren. Zuträglich sei auf jeden Fall eine gute Physis. Der FCL-Trainer: «Je fitter der Spieler, desto schneller und ruhiger ist er gedanklich. Er ist vor dem Tor belastbarer und kann genauer zielen.»

Zwei paar Stiefel

Benötigte sein Team in der Vorrunde noch 20 Chancen für ein Tor, so seien es nun vielleicht deren 10. Das habe auch viel mit Erfolgserlebnissen zu tun, dem Quäntchen Glück, das dazukommt, wenn man einen Lauf hat. Vor allem aber mit Selbstvertrauen. Der Glaube, die Überzeugung, dass man es schafft, sei wichtig. «Wenn du die Überzeugung hast, bist du einen Schritt schneller, stehst am richtigen Ort oder erreichst auch mal einen schwierigen Ball», so Babbel.

Natürlich seien Training und Ernstkampf zwei paar Stiefel und jeder Trainer handhabt es anders, hat seine Ideen und Methoden. Die hatte auch Meier schon. Als seine Zürcher im letzten Herbst in einer Phase steckten, in der sie zwar Chancen kreiert, aber kein Hochhaus getroffen hätten, strich Meier einmal das Torschuss-Training ganz, liess die Tore entfernen und setzte seine Angreifer komplett auf Entzug.

Eine fantastische FCL-Woche

«Ich setze viel auf die Erfahrung, die ich als Spieler selber jahrelang gesammelt habe. Und wir machen uns im Staff unsere Gedanken und verfolgen einen Weg», so Babbel, «und den versuchen wir zu vermitteln und zwar so, dass die Truppe sagt: Ja, den gehen wir mit.» Generell setzt sich Babbel eher wenig mit dem Gegner auseinander («Die kennen sich gegenseitig ja alle, wenn du viermal in der Saison gegeneinander spielst»).

Viel mehr Wert legt der ehemalige Bayern- und Liverpool-Profi auf eigene Stärken und Qualitäten. «Auf das, was wir können, was wir bereit sind zu investieren, und wenn wir das schaffen, können wir für jeden Gegner in der Liga unbequem werden.» Das haben in der letzten Woche der FCB (2:1), St. Gallen (6:2) und auch Aarau (6:2) zu spüren gekriegt.

Wann Babbel laut wird

Babbel versucht gerade so viel an Qualität einzufordern, wie er seinen Spielern zutraut. Davon aber alles. «Ich hasse es, wenn man sagt: Man habe nichts zu verlieren. So ein Schmarrn! Man kann – ausser in Testspielen – immer drei Punkte verlieren. Wenn ich merke, dass Angst dabei ist, kann ich auch schon mal lauter werden, denn ich bin einer, der nichts verschenken will. Und das verlange ich auch von meiner Truppe. Wichtig ist mir, dass alle immer die maximale Bereitschaft und Leistung zeigen.» Und das hat der FCL in den letzten 7 Tagen: 3 Spiele, 9 Punkte, 14:5 Tore – und das ist kein Schmarrn.

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