Scheidung auf Schildkrötisch: Wie Bibi nach 115 Jahren ihren Poldi verstiess
Aktualisiert

Scheidung auf SchildkrötischWie Bibi nach 115 Jahren ihren Poldi verstiess

Im Klagenfurter Reptilienzoo haben sich zwei Riesenschildkröten aus heiterem Himmel verkracht. Mit dem Zerwürfnis geht eine Liebe jäh zu Ende, die über 100 Jahre gehalten hat.

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Im Reptilienzoo im österreichischen Klagenfurt spielt sich seit letztem Herbst eine Tragödie ab. 36 Jahre lebten Bibi und Poldi dort Panzer an Panzer. Dann, im Spätherbst 2011, hat Bibi ihrem Mann plötzlich ein Stück Gehäuse abgebissen und ihn böse angezischt, wann immer sie ihn ansah. So hat sich eine einst grosse Liebe, die länger als 115 Jahre hielt, über Nacht in blanken Hass verwandelt.

Warum die Beiden sich streiten, dafür hat Helga Happ, die Besitzerin des Zoos, keine Ahnung. Und auch im Zoo Basel, von wo die beiden Streitkröten vor fast vier Jahrzehnten kamen, weiss man keine Erklärung. Vivariumskurator Thomas Jerman ist solch anhaltend rüdes Verhalten bei Riesenschildkröten unbekannt. Zwar gebe es immer wieder Streit, bei dem sich die Tiere herumschubsen. Aber der sei nie so endgültig wie bei Bibi und Poldi.

Nun versuchen die Betreiber des Reptilienzoos in Österreich die beiden irgendwie wieder versöhnlich zu stimmen. Nach dem ersten Biss wurden sie getrennt, nun leben die Krotten jeweils eine Woche im Haus oder im Gehege, dann wird gewechselt. Bei dieser Aktion treffen die beiden jeweils wieder aufeinander. Natürlich strengstens bewacht von den Wärtern.

Bisher hat keine dieser Zusammenführungen etwas gebracht, Bibi und Poldi sind jedes Mal wieder aufeinander losgegangen. Dass sie sich nicht noch mehr verletzen, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass ihr Gluscht auf Tomaten und Rüebli grösser ist als der Hass aufeinander.

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