Aktualisiert 11.11.2011 12:05

Testspiel gegen Holland

Wie damals gegen England

Herkules-Aufgabe für die Schweizer Nati: Die Niederlande, Gegner im heutigen Testspiel, haben eine unheimlich gute Bilanz. Coach Hitzfeld hofft auf einen Wembley-Auftritt.

von
Eva Tedesco, Amsterdam

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld an der Pressekonferenz vor dem Holland-Spiel. (Video: 20 Minuten Online)

Der Brocken, den Ottmar Hitzfeld seiner Mannschaft mit dem heutigen Testgegner vorlegt, ist riesig. Die Niederländer haben seit dem Aus im EM-Viertelfinal 2008 gegen Russland in Basel lediglich zwei Partien verloren – den WM-Final gegen Spanien und zuletzt in der EM-Qualifikation auswärts gegen Schweden. Allerdings ging es in dem Spiel für die Holländer längst um nichts mehr, so souverän waren sie zuvor schon durch die Qualifikation marschiert. «Ich habe dieses Spiel in Schweden auf DVD gesehen», sagt Nati-Coach Ottmar Hitzfeld, «aber ich glaube, dass Schweden auch nur alle zwanzig Jahre so eine Partie gewinnt.»

Holland sei eine der besten Mannschaften der Welt, mit sehr torgefährlichen Spielern in seinen Reihen, fährt Hitzfeld fort. Und auch wenn der eine oder andere wie beispielsweise Schalkes Huntelaar ausfällt, hätten die Oranje immer noch genügend Substanz, um eine Weltklasseleistung zu erbringen. Der Lörracher rechnet nicht damit, dass Bondscoach Bert van Marwijk seine Superstars schonen wird, um im freundschaftlichen Kräftemessen mit Erzfeind Deutschland am Dienstag besser dazustehen. Dafür hofft Hitzfeld, dass sein Team die Holländer so fordern wird, dass es für die Deutschen am Dienstag einfacher wird. Explizit sagt Hitzfeld: «Ich hoffe, dass meine Mannschaft mit der gleichen Spielfreude wie in England antritt und zeigt, dass sie auch in diesem Hexenkessel agieren kann.»

«Wir wollen zeigen, was wir können»

Klar bleibt Holland eindeutiger Favorit, aber für eine junge Auswahl, wie die Schweiz sie aktuell stellt, sind solche Spiele gegen eine Topelf sehr lehrreich. «Natürlich müssen die Jungen noch Lehrgeld bezahlen, aber wir wollen zeigen, was wir können.» Hitzfelds Strategie, um gegen den übermächtigen Gegner zu bestehen: «Wir müssen viel Laufarbeit verrichten, die Räume eng machen, nach hinten gut absichern und viel im Ballbesitz sein - sonst haben wir keine Luft, um uns zu erholen.»

Neues Tenü für eine erfolgreiche WM-Quali

Zeit zum Erholen war gestern wenig. Nach der Anreise aus Zürich trainierte die Schweizer Equipe um 18 Uhr in der imposanten «Amsterdam ArenA», der Heimat von Ajax. Bei ungemütlich kühlen Temperaturen um die vier Grad offenbarte das Abschlusstraining keine Überraschungen, was die Aufstellung betrifft. Nati-Trainer Hitzfeld selbst kommentierte seine personellen Planungen nicht, bestätigte aber zumindest, dass es nur wenige Änderungen gegenüber dem Montenegro-Spiel (2:0) geben wird. Lediglich die Abwesenden Behrami, Senderos und Ziegler werden durch Dzemaili, Von Bergen und Rodriguez ersetzt. Mehr Änderungen will der Coach im zweiten Freundschaftsspiel am kommenden Dienstag in Luxemburg vornehmen. «Ich werde Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance geben.»

Nach der Kür die Pflicht

Das Luxemburg-Spiel wird für das Team des Lörrachers zum wahren Charaktertest. «Erst der Höhepunkt gegen Holland, dann die Pflicht gegen Luxemburg. Das ist eine wichtige Erfahrung für die junge Mannschaft. Da werde ich sehen, auf wen ich mich verlassen kann», so Hitzfeld.

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