Aktualisiert 20.10.2011 18:50

Neue Hinweise entdecktWie das Wasser auf die Erde kam

Astronomen haben weitere Hinweise darauf entdeckt, wie die Ozeane entstanden sind. Mit dem Weltraumteleskop Herschel spürten sie grosse Mengen Wassereis in der Nähe eines jungen Sterns auf.

Die Beobachtungen legen nahe, dass die äussere Gas- und Staubscheibe um den nahen Stern TW Hydrae gefrorenes Wasser im Umfang von mehreren tausend irdischen Ozeanen enthält, berichten Forscher um Michiel Ho­gerheijde vom Observatorium Leiden im Fachmagazin «Science». Dieses Eis könnte ­einmal zu einer Wasserquelle für noch nicht entstandene Planeten des Sterns werden. Sonnensysteme formen sich nach heutigem Wissen aus grossen Staubscheiben, die um junge Sterne wirbeln, und in denen sich nach und nach Planeten, Monde und Kometen zusammenklumpen.

Auch unser eigenes Sonnensystem ist vor rund 4,5 Milliarden Jahren so entstanden. Der 175 Lichtjahre entfernte Stern TW Hydrae im Sternbild Wasserschlange ist erst zehn Millionen Jahre alt und steht damit noch ganz am Anfang seiner Entwicklung.

Heisser Wasserdampf ist aus den inneren Staubscheiben junger Sterne bereits bekannt, doch dieser Dampf ist keine wahrscheinliche Quelle für derart grosse Mengen ­Wasser wie es sie auf der Erde heute gibt. Die junge Erde war nach Ansicht der Astronomen zu heiss, um nennenswerte Mengen Wasser zu behalten. Stattdessen regneten nach Annahme der meisten Forscher später Kometen und eisige Asteroiden vom Himmel, die die Ozeane bildeten. Kometen wiederum entstehen in Gas- und Staubscheiben von Sonnensystemen und könnten ­daher das Wasser von einer eisreichen Region er­halten haben, wie sie jetzt bei TW Hydrae entdeckt wurde. (20 Minuten)

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