Aktualisiert 19.08.2009 16:28

KulturkonzeptWie der Kanton die Kultur fördern will

Zum zweiten Mal hat der Thurgau sein Kulturkonzept überarbeitet und die neue Version am Mittwoch veröffentlicht. Darin definiert das Kulturamt auch die Schwerpunkte und die Kriterien für die Förderung kultureller Vorhaben durch den Kanton.

Der Regierungsrat hat das Kulturkonzept als verbindliche Grundlage der kantonalen Kulturförderung verabschiedet. Im Konzept wird festgehalten, nach welchen Richtlinien, Kriterien und Schwerpunkten der Kanton kulturelle Projekte und Einrichtungen unterstützt.

Ein solches Konzept wurde 2004 erstmals für drei Jahre erstellt. Es wird alle drei Jahre revidiert. Die nun vorgelegte Version gilt für die Jahre 2010 bis 2012.

Ziele und Schwerpunkte

Es enthält unter anderem einen Kriterienkatalog für die Beurteilung kultureller und künstlerischer Projekte. Die Kriterien werden angewendet bei der Vergabe von Beiträgen aus dem Lotteriefonds. Im Konzept werden zudem Ziele und Schwerpunkte der kantonalen Kulturförderung und Kulturpflege formuliert.

So hält das Konzept beispielsweise fest, dass an erster Stelle die kulturellen Institutionen des Kantons gefördert werden. Danach folgen professionelle Projekte für Kinder und Jugendliche. Zu den privaten Institutionen, die der Kanton besonders fördern will, gehört an erster Stelle ein Kunstraum.

Diesen hat der Think Tank Thurgau vor etwa zwei Jahren angeregt. Er soll in Kreuzlingen entstehen. An zweiter Stelle der Förderung steht im Kulturkonzept ein Kinder- und Jugendtheater. Ein solches besteht inzwischen in Weinfelden.

An dritter Stelle nennt das Konzept «ein professionelles Sommertheater», das gefördert werden soll. Da es allein in Kreuzlingen zwei solche Projekte gibt, ist das Rennen um die Mittelverteilung offen.

Verbindung zum Kanton

Klar ist laut Kulturkonzept, dass alle Projekte, die gefördert werden wollen, eine Verbindung zum Thurgau haben müssen: entweder muss es im Thurgau stattfinden oder die Ausführenden müssen im Thurgau leben oder es muss einen inhaltlichen Bezug zum Kanton haben.

Projekte im Thurgau werden vom Kanton nur dann unterstützt, wenn sich auch eine Gemeinde oder eine Region - beispielsweise in Form eines Zweckverbandes - beteiligen. Zudem müssen die Ausführenden fachliches Können vorweisen.

Kein Geld für reine Laienproduktionen

Reine Laienproduktionen ohne professionelle Leitung werden nicht unterstützt. Keine Chance haben auch Veranstaltungen, für die kein Eintritt verlangt oder an der nicht mindestens zu einer Kollekte aufgefordert wird.

Auch wer keinerlei Eigenleistungen oder Sponsorenleistungen nachweist, braucht nicht beim Kanton anzuklopfen. Völlig ausgeschlossen von der Förderung sind parteipolitische, missionarisch-religiöse, konfessionell gebundene, ausgrenzende, Gewalt verherrlichende und/oder nicht öffentliche Veranstaltungen. (sda)

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