Aktualisiert 19.08.2009 12:03

Tasmanische TeufelWie der Krebs den Teufel tötet

Die Tasmanischen Teufel sind wegen eines ansteckenden Tumors vom Aussterben bedroht. Um sie zu retten, wollen Forscher herausfinden, wie sich der tödliche Krebs verbreitet. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Prognosen für die armen Teufel schlecht.

Nur noch 150'000 Exemplare gibt es von den Tasmanischen Teufeln. Die Tiere leben auf der australischen Insel Tasmanien und viele leiden unter dem Devil Facial Tumor Disease (DFTD), einem Tumor, der das Gesicht der Tiere zerfrisst. Die Krankheit ist ansteckend. (20 Minuten Online berichtete darüber.) Um das Aussterben der Beuteltiere zu verhindern, wird nun gemäss welt.de erforscht, wie sich die Krebserkrankung verbreitet.

Dabei haben Rodrigo Hamede und sein Team von der Universität von Tasmanien herausgefunden, dass es nicht die Anzahl der Kontakte ist, die das Tempo der Krebs-Ausbreitung bestimmt, sondern die Art der Kontakte.

23 Weibchen und 23 Männchen haben die Forscher mit Radiosensoren ausgestattet und sie im Narawntapu Nationalpark, einem DFTD-freien Areal, beobachtet. Die Sensorensignale zeigen, welche Tiere sich wie lange in nächster Nähe – und möglicherweise zur Paarung – von Artgenossen aufhielten.

Wenige, aber bissige Kontakte

Die Forscher fanden heraus, dass die Tasmanischen Teufel, obwohl sie Einzelgänger sind, die Krankheit sehr schnell verbreiten. Und das kommt so: Wenn ein Tasmanischer Teufel auf einen Artgenossen trifft, läuft diese Begegnung in den seltensten Fällen friedlich ab, sondern es wird gekämpft. Dabei beissen sich die Beutelteufel gerne gegenseitig ins Gesicht. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass die Krankheit in kurzer Zeit auf alle Mitglieder einer Gruppe übertragen wird.

Diese Erkenntnis bringt kaum Hoffnung, denn laut den Forschern ist es bei einem derartigen Sozialverhalten kaum möglich, DFTD in der Natur auszurotten.

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