Marcel Koller: «Wie der SFV entscheidet, finde ich eine Zumutung»
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Marcel Koller«Wie der SFV entscheidet, finde ich eine Zumutung»

Zwei Spiele innert 48 Stunden! Die Cuppartie am Samstag gegen den FC Montlingen (SG) stösst Basel-Trainer Marcel Koller sauer auf.

von
E. Tedesco

Zwei Spiele innert 48 Stunden stossen FCB-Trainer Marcel Koller sauer auf. (Video: 20 Minuten)

Der FC Basel hat keine Zeit sich zu erholen. Kaum war der Sieg gegen Vitesse Arnheim im Trockenen, geht es für Rotblau Schlag auf Schlag weiter. Nur 48 Stunden nach der Europa-League-Qualifikation muss Rotblau im Schweizer Cup antreten. Und das nicht etwa Zuhause im Joggeli. Die Basler müssen in die Ostschweiz nach Montlingen reisen. Das stösst Marcel Koller sauer auf.

«Im Hinblick auf den Samstag haben wir eine extrem schwierige Situation», sagt Koller, «denn wir müssen Spieler einsetzen, die nur eineinhalb Tage zur Regeneration zur Verfügung haben. Der Verband hat so entschieden, weil es verschiedene Spiele gibt, ein Polizeiaufgebot nicht möglich ist und so. Aber ich finde das natürlich eine Zumutung», sagt der FCB-Trainer.

Die Spieler bräuchten am Tag nach einem Spiel eine Pause. «Und man weiss ja», sagt Koller, «dass der zweite Tag der Regeneration, der ist, der am meisten Probleme bereitet.» Das sei gesundheitsgefährdend. Aber just an diesem Tag stehen die FCB-Profis auf der Sportanlage Kolbenstein gegen den Rheintaler Zweitligisten FC Montlingen im Einsatz.

Der FCB hat versucht, das Spiel auf den Sonntag zu verlegen. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) lehnte dies jedoch ab. Die Begründung: Die TV-Übertragung (SRF 2 live ab 18.15 Uhr). Zum ersten Mal wird ein Schweizer Cupspiel der ersten Runde im Free TV zu sehen sein. Und vor allem argumentierte der SFV, dass so einzelne Fangruppen nicht aufeinandertreffen. Denn der FCZ spielt ebenfalls am Samstag (18 Uhr) im Joggeli gegen Concordia Basel.

Auslaufen, regenerieren und spielen

Der Rhythmus der englischen Wochen geht für den FCB bis zum 2. September weiter. Bis vor der letzten Partie vor der Länderspielpause werden die Profis auslaufen, regenerieren spielen und wieder auslaufen, regenerieren und spielen. «Wichtig ist, dass wir viel schlafen und gut essen. Ausserdem nehmen wir Eisbäder, um die Muskeln zu regnerieren», verrät Luca Zuffi. «Ich gehe nicht davon aus, dass alle Spieler, die am Donnerstag gegen Vitesse über 90 Minuten gespielt haben, auch am Samstag 100 Prozent abliefern können», sagt Fabian Frei.

Der Routinier weiter: «Es gibt erfahrene Spieler in dieser Mannschaft, die wissen, wie sie mit ihrem Körper umgehen müssen. Einige brauchen sehr viel Schlaf, andere müssen nur gut essen und sind schon wieder fit zu neuen Taten. Aber wie ich den Trainer einschätze, wird er einigen Spielern die Chance geben, sich zu zeigen.» Wie Taulant Xhaka oder auch Zdravko Kuzmanovic nach Verletzungen. Zudem wird der dänische Ersatzkeeper Martin Hansen zu einem Einsatz kommen.

Auslaufen, regenerieren, spielen

Bis zum 2. September und dem letzten Spiel vor der Länderspielpause steht für den FCB alle drei Tage eine Partie an. Wie erholen sich die Spieler dazwischen? (Video: 20 Minuten)

Bis zum 2. September steht für den FCB alle drei Tage eine Parti an. Wie erholen sich die Spieler dazwischen? (Video: 20 Minuten)

Fabian Frei, kennt Sie Ihre Tochter eigentlich noch?

Neben der zu kurzen Regenerationszeit fehlt Koller Zeit auf und neben dem Platz. So zieht der FCB-Trainer seine Spieler nicht mehr nur am Vorabend vor einem Auswärtsspiel im Hotel zusammen, sondern auch vor Heimspielen. «Im Hotel kann ich Gespräche führen, individuell Videos schauen oder auch in der Gruppe arbeiten. Die Wege sind kurz und wir sind so eng wie möglich zusammen», sagt Koller.

Fabian Frei, Sie waren zuletzt mehr im Hotel als Zuhause. Kennt Sie Ihre Tochter eigentlich noch? Frei lacht: «Zum Glück gibt es Facetime und Skype und solche Sachen. Aber es ist schon so, dass sie sich sehr freut, wenn sie mich sieht und weint, wenn ich wieder weg muss. Aber das ist jetzt nun einmal so und es kommen Zeiten, wo es wieder anders ist. Wir brauchen die Zeit im Moment, weil wir echt keine Zeit zum Trainieren auf dem Platz und Kennenlernen mit dem Trainer haben.»

Und darum geht es für die FCB-Spieler in diesem Rhythmus weiter. Aber am Freitag erspart der FCB-Trainer seinem Team für einmal das Hotelbett. Die Mannschaft macht sich erst am Samstag auf den Weg in die Ostschweiz. Ins Hotel muss sie trotzdem bald wieder – am Mittwoch, am Abend vor dem Playoff-Hinspiel zur Europa League gegen Apollon Limassol am Donnerstag in Basel.

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