Film ab: Wie die Indie-Game-Szene die Welt erobert
Aktualisiert

Film abWie die Indie-Game-Szene die Welt erobert

Der Dokfilm «Gameloading: Rise of the Indies» geht der Indie-Game-Szene nach. In der Schweiz ist das spannende Dokument (vorerst) nur einmal zu sehen.

von
jag
Blick hinter die Kulissen: Der Dokfilm «Gameloading: The Rise of the Indies» wurde erfolgreich über Kickstarter finanziert und dokumentiert den erstaunlichen Aufstieg der Indie-Game-Szene.

Blick hinter die Kulissen: Der Dokfilm «Gameloading: The Rise of the Indies» wurde erfolgreich über Kickstarter finanziert und dokumentiert den erstaunlichen Aufstieg der Indie-Game-Szene.

Kulturelle Strömungen finden ihre Archivare und Historiker in der Regel erst nach ein paar Jahrzehnten – nämlich dann, wenn die Bedeutung der jeweiligen Bewegung auf die Gesellschaft klar geworden ist. Doch das Planetensystem rund um die Indie-Game-Szene hat schon immer in eine andere Richtung gedreht.

So erstaunt nicht, dass bereits jetzt, kurz nachdem die Indie-Games die Startphase hinter sich haben und auf Reiseflughöhe angelangt sind, ein filmisches Dokument erscheint, das hinter die Kulissen blicken lässt. Der Dokfilm heisst «Gameloading: Rise of the Indies» und wurde, wie es sich für ein echtes Independent-Produkt gehört, mit Mitteln der Fans, sprich Crowdfunding via Kickstarter, finanziert.

Eine Bewegung wie der Punk?

Die Macher des Films, die Australier Lester Francois und Anna Brady, wollen mit «Rise of the Indies» einen «aufregenden Moment festhalten», wie sie auf der Website zum Film schreiben – einen Moment. Rund um sie herum seien im Jahr 2011 Indies wie Pilze aus dem Boden geschossen. Zwar wollte Lester Francois ursprünglich nur die einheimische, australische Indie-Game-Szene dokumentieren, merkte während der Recherchen aber schnell, dass sich mehr daraus machen liess. Zusammen mit Anna Brady besuchte er Studios in fünf Ländern und elf Städten, sie lebten «von 1-Dollar-Pizzastücken und Couch-Surfing», wie sie schreiben.

Die Indie-Game-Bewegung vergleichen die Filmemacher mit kulturellen Erdbeben wie Punk, Grunge oder Graffitis. Erschüttert wird in diesem Fall aber nicht eine konservative Gesellschaft, sondern die Industrie der grossen Game-Produzenten: Den «gesichtslosen Gesellschaften, die generische Blockbusterspiele produzieren» (Zitat Website), setzen sie in ihrem Film die innovativen und wendigen Indies entgegen.

Eine einzige Aufführung in der Schweiz

Fasziniert vom Film und selbst aktiver Unterstützer der Kickstarter-Kampagne ist und war Patrik Seibert, der die Indie-Game-Plattform Indiegames.ch betreibt. Als Kickstarter-Backer konnte er den Film bereits am 5. März schauen. «Ich war so begeistert vom Film, dass mich die Idee, ihn in die Schweiz zu bringen, nicht mehr losliess», sagt er. Gezeigt wird «Gameloading: The Rise of the Indies» nun am 18. April im Kino RiffRaff in Zürich (siehe Kasten). «Ursprünglich hätten die Filmemacher selbst zur Premiere kommen sollen», sagt Seibert. Leider hätten sie aber einen anderen Termin.

Ein Kinobesuch dürfte sich dennoch lohnen, zum einen, weil es sich in Zürich um die derzeit einzige Vorführung des Films in der Schweiz handelt. Andererseits wegen des Inhalts: Zwar ist es zu früh, die Bedeutung des historischen Fussabdrucks, den die Indie-Game-Szene hinterlässt, jetzt schon abzuschätzen. Entstanden ist mit «Gameloading: The Rise of Indies» aber ein packendes Zeitdokument über eine lebendige, unkonventionelle und kreative Szene, die in den letzten Jahren ihren Siegeszug um die Welt angetreten hat und in Zukunft wohl an zusätzlichem Momentum gewinnen wird. Auch wenn – oder gerade weil – sie sich standhaft in Gegenrichtung zum Planetensystem des Game-Universums dreht.

Filmtrailer: «Gameloading: The Rise of the Indies»

Vorführung «Gameloading: The Rise of the Indies»

Gezeigt wird der Dokfilm «Gameloading: The Rise of the Indies» an einer exklusiven Vorpremiere am Samstag, 18. April 2015 um 11.45 Uhr im grossen Saal des Kinos RiffRaff in Zürich; offiziell erscheint der Streifen am 21. April.

Abhängig von der Anzahl Besucher beträgt der Ticketpreis maximal 25 Franken. Mehr Infos:

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