Aktualisiert 20.03.2020 16:50

Corona-Pandemie

Wie die Sportwelt hilft, spendet und dankt

In der Corona-Krise wächst die Solidarität, auch im Sport. Was Spieler, Trainer, Fans und Funktionäre unternehmen.

von
kai
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Die Gladbach-Profis um Yann Sommer (r.) und Nico Elvedi verzichten auf Teile ihres Lohn, um dem Club zu helfen.

Die Gladbach-Profis um Yann Sommer (r.) und Nico Elvedi verzichten auf Teile ihres Lohn, um dem Club zu helfen.

Anke Waelischmiller/sven Simon via Www.imago-images.de
Auch Bundestrainer Joachim Löw hat sich zu diesem Schritt entschlossen.

Auch Bundestrainer Joachim Löw hat sich zu diesem Schritt entschlossen.

uwe Anspach
Basels Fabian Frei ruft via Instagram dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Basels Fabian Frei ruft via Instagram dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Keystone/Alessandro Della Valle

So übel uns das Coronavirus mitspielt, es bringt auch unsere guten Seiten zum Vorschein. In der Krise üben sich Menschen zum Wohl anderer im Verzicht (WC-Papier ausgenommen), sie rufen zur Vernunft auf, sie helfen, sie spenden, sie danken denen, die an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen. Auch die Sportwelt zeigt sich solidarisch. Eine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Die Einkäufer

Ein Trio des Eishockeyclubs Fribourg-Gottéron hat es vorgemacht und bietet älteren Leuten an, für sie einzukaufen (zum Bericht geht es hier). Nun ziehen die Fans des FC Winterthur nach. Sie wollen für jene, die zur Risikogruppe gehören, Besorgungen erledigen, zur Post gehen, den Hund ausführen. Was halt gerade ansteht. In Deutschland machen Dutzende Fangruppen Ähnliches, auf Schalke liefern sie in Zusammenarbeit mit dem Club gar eigene Hilfspakete aus.

Die Mahner

In den sozialen Netzwerken kursieren derzeit verschiedene Hashtags wie #stayathome oder #machsdehei, die dasselbe Ziel verfolgen: Mitmenschen dazu zu bewegen, sich eben nicht gross zu bewegen, also zu Hause zu bleiben. Auch prominente Schweizer Fussballer beteiligen sich daran, etwa FCB-Routinier Fabian Frei, YB-Captain Fabian Lustenberger oder dessen FCZ-Amtskollege Yanick Brecher.

Die Grosszügigen

In der Bundesliga waren sie die Vorreiter, die Spieler von Borussia Mönchengladbach. So verzichten auch die Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo auf Teile ihres Lohns, damit ihr Arbeitgeber über eine Million Euro einsparen kann, was anderen Angestellten des Clubs zugutekommt. Gleiches will der Schweizer Vorzeigehandballer Andy Schmid tun, «wenn dafür andere Mitarbeiter der Rhein-Neckar Löwen ihren Lohn erhalten können».

Zuvor hatten schon Deutschlands Fussball-Nationaltrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff angekündigt, nicht ihr volles Gehalt zu beziehen. Überhaupt geben sich die Fussballer grosszügig. Die DFB-Auswahl hat einen Spendenaufruf gestartet und gleich selbst 2,5 Millionen Euro gespendet. Die Bayern-Profis Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben zudem die Initiative «We Kick Corona» lanciert und zum Start eine Million aufgeworfen.

Milan-Superstar Zlatan Ibrahimovic hat ebenfalls eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen und diese mit zwei 50'000-Euro-Spenden eröffnet.

Auch im US-Sport haben inzwischen Dutzende Teams Spenden an Fonds zugesagt, die sich um Hallen-Mitarbeiter kümmern sollen. Bemerkenswert war die Aktion des 19-jährigen Jungstars Zion Williamson von den New Orleans Pelicans, der versprach, 30 Tage lang das Gehalt der Leute zu übernehmen, die in der Arena unter normalen Umständen Popcorn und Getränke verkauft, Toiletten geputzt oder Tickets kontrolliert hätten (lesen Sie die Geschichte hier).

Die Dankbaren

Viele sind sich in der Corona-Krise einig: Die wahren Helden arbeiten in den Spitälern und Altersheimen, sie behandeln Kranke, pflegen sie, kümmern sich mit Hingabe um sie. Rund um die Uhr. Einige huldigen den tapferen Helfern mit Applaus von den Balkonen, andere tun das auf ihre Weise. Wie die FCB-Fans, die Transparente aufhängten.

Auch der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic richtete seinen Dank an jene, «die sich dafür einsetzen, dass unser Leben weitergehen kann».

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