Hypothekenbarometer: Wie die Tiefzinspolitik die Hypothek verteuert
Aktualisiert

HypothekenbarometerWie die Tiefzinspolitik die Hypothek verteuert

Wegen der Tiefzinspolitik bringen die Leute ihr Erspartes nicht mehr auf die Bank. Darum steigen die Hypothekarzinsen und der Traum vom Eigenheim wird teurer.

von
fpo
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Die anhaltende Tiefzinspolitik könnte laut Comparis-Experte zur Umlagerung von Bargeld in Wertpapieranlagen und andere Vermögenswerte führen.

Die anhaltende Tiefzinspolitik könnte laut Comparis-Experte zur Umlagerung von Bargeld in Wertpapieranlagen und andere Vermögenswerte führen.

Keystone/Ennio Leanza
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, verteidigt die Tiefzinspolitik.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, verteidigt die Tiefzinspolitik.

Keystone/Anthony Anex
Die Nationalbank wacht nicht nur über eine stabile Währung, sondern auch über stabile Banken und versucht deshalb, eine Immobilienblase zu  verhindern.

Die Nationalbank wacht nicht nur über eine stabile Währung, sondern auch über stabile Banken und versucht deshalb, eine Immobilienblase zu verhindern.

Keystone/Peter Klaunzer

Die anhaltende Tiefzinspolitik der Notenbanken drückt die Hypothekarzinsen auf Rekordtiefe. Wie Comparis in einer Mitteilung zum Hypothekenbarometer schreibt, veranschlagten Kreditinstitute Ende Dezember 2019 für eine zehnjährige Hypothek 1,09 Prozent – fast viermal weniger als noch 2008 auf dem Zenit der Finanzkrise.

Doch die Tiefzinspolitik könnte zu teureren Hypotheken führen und das Eigenheim damit für manche unerschwinglich machen. «Die Negativzinsen könnten künftig einen gegenteiligen Effekt auslösen und Hypotheken verteuern», lässt sich Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp zitieren.

Begründet wird die Prognose damit, dass Negativzinsen für immer breitere Bevölkerungsschichten zu Verhaltensänderungen führen könnten: «Je länger die Negativzinsphase dauert, umso grösser werden die Anreize, auch unkonventionellere Strategien zur Umgehung von Negativzinsen zu entwickeln.»

Refinanzierung verknappt

Gemeint sein dürfte damit die Umlagerung von Bargeld in Wertpapieranlagen und andere Vermögenswerte. «Stichworte sind Kryptowährungen wie Bitcoin oder Derivate», so Papp. Für den Finanzexperten steht fest: Sinken die Spareinlagen, ist weniger Geld für die Refinanzierung von Hypothekargeschäften vorhanden. Falls dies im grossen Stil passiere, komme es zu einer Verknappung des Angebots und damit möglicherweise zu höheren Hypothekarzinsen, folgert Papp.

Die Angaben zu den Zinssätzen des Hypothekenbarometers von Comparis basieren den Angaben nach auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. (fpo/sda)

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