Verfolgungsjagd vor Somalias Küste: Wie die «Turicum» den Piraten entkam
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Verfolgungsjagd vor Somalias KüsteWie die «Turicum» den Piraten entkam

Der Kapitän des Schweizer Frachters «Turicum» schüttelte die somalischen Piraten erfolgreich ab. Nun erklärt die Zürcher Reederei, wie nahe die Freibeuter dem Frachtschiff wirklich gekommen sind.

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Das Schweizer Frachtschiff Turicum entkam dank geschickten Ausweichmanövern den somalischen Seeräubern.

Das Schweizer Frachtschiff Turicum entkam dank geschickten Ausweichmanövern den somalischen Seeräubern.

Zwei Piratenschiffe verfolgten das Schweizer Frachtschiff «Turicum» am 6. Januar während sieben Stunden rund 1500 Kilometer östlich der somalischen Küste. Mit verschiedenen Ausweichmanövern hielt der Kapitän die Freibeuter auf Distanz: «Die Piraten kamen dem Schiff nie näher als 13 Kilometer. Die Crew hat die Piraten bloss mit dem Feldstecher gesehen», sagt Christan Steinmann, Sprecher der Reederei Zürich, gegenüber 20 Minuten Online.

Piraten ging der Treibstoff aus

Da die «Turicum» stetig ihren Kurs wechselte, haben sich die zwei Piraten-«Mutterschiffe» nie dicht genug an das Frachtschiff annähern können, um die schnellen Speed-Schlauchboote für einen Angriff zu wassern: «Schliesslich gaben die Piraten auf. Mitunter ist den Booten der Sprit ausgegangen.» Dies sei schon öfters beobachtet worden, sagt Steinmann.

Die Crew der «Turicum» war aber für den Ernstfall gerüstet: Laut dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung habe die Mannschaft das Frachtschiff mit Stacheldraht verbarrikadiert und Wasserschläuche bereitgehalten, um die Piraten zu vertreiben.

Nach dem versuchten Angriff setzte die «Turicum» ihre Fahrt in den Zielhafen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten fort. «Glücklicherweise wurde bei dem Zwischenfall niemand verletzt. Kapitän und Besatzung haben sich vorbildlich verhalten», so Steinmann weiter. Der Crew muss man ein Kränzchen winden: Denn die 190 Meter lange und 30,5 Meter breite «Turicum» hatte gut 50 000 Tonnen Holz geladen und lag dadurch tief im Wasser. Eigentlich ein ideales Opfer für Piraten.

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