Haha, lustig: Wie die Welt über die Schweizer lacht
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Haha, lustigWie die Welt über die Schweizer lacht

Schotten sind Geizkragen, Polen sind Diebe, Deutsche sind Angeber - jedenfalls in Witzen. Doch worüber lacht die Welt, wenn sie über die Schweizer lacht?

Darüber können die ausländischen Mitbürger lachen: Schweizer Langsamkeit, Bürokratie und Banker.

Darüber können die ausländischen Mitbürger lachen: Schweizer Langsamkeit, Bürokratie und Banker.

Worum geht es, wenn über die Schweiz und die Schweizer Witze gemacht werden? Lange war es die Langsamkeit – doch langsam ziehen Bankenkrise und sogar Steuerstreit ins Neck-Register ein.

Die Gemächlichkeit nicht nur von Schweizer Bürgern, sondern auch der Bürokratie fällt ausländischen Mitbürgern offenbar unangenehm auf: Es gehe das Gerücht um, dass sich die Schweiz im Jahre 2254 dem Rest der zivilisierten Welt anschliessen werde, frotzelt ein User namens «lost inbroad» im englishforum.ch. Gleichzeitig solle erstmals ein Laden am Sonntag geöffnet haben.

Es gebe schon offene Läden am Sonntag, korrigiert «jan2». Allerdings sei das nur ein Versuch. Bis die Studie darüber ausgewertet und Vernehmlassung, Differenzbereinigung und Referendum durchgeführt seien, werde es noch bis 2254 dauern.

Humorlose Schweizer

Viele eingewanderte Angelsachsen beschweren sich in sogenannten expat-Foren darüber, dass die Schweizer keinen Humor hätten. Ausserdem sei alles verboten. Selbst Atmen benötige eine Bewilligung, das Gesuch müsse in dreifacher Ausführung sechs Monate im Voraus eingereicht werden.

Was ist gut daran, in der Schweiz zu leben, fragt ein eingewanderter Angelsachse entnervt? «Immerhin: Die Flagge ist ein grosses Plus», antwortet ein anderer Forumsnutzer.

Fatale Fremdsprachen

Doch nicht nur Schwächen werden den Schweizern im Witz vorgeworfen, selbst die Vielsprachigkeit wird zum Scherz-Anlass.

Ein Schweizer verfährt sich in England. «Sprechen Sie Deutsch? Parlez-vous français? Parlate italiano?», fragt er erfolglos zwei Passanten. «Sollten wir Fremdsprachen lernen?», gibt der eine Brite (auf Englisch natürlich) dem andern zu bedenken, nachdem der Schweizer weg ist. «Wozu? Der Kerl konnte drei Sprachen. Und was hats ihm genützt?»

Besonders fatal wirken sich Fremdsprachenkenntnisse aus, wenn sie in Kombination mit Beamtensturheit auftreten: Fünf Deutsche in einem Audi Quattro wollen in die Schweiz. Geht nicht, sagt der Zöllner, «Quattro heisst vier, und ihr seid fünf». «Im Fahrzeugschein steht: Zugelassen für fünf Personen», beharren die Deutschen und wollen den Chef sprechen. «Geht nicht, der streitet grad mit einem Paar in einem Fiat Uno.»

Auch ein Deutschschweizer Bauarbeiter, der Italienisch konnte, machte damit schlechte Erfahrungen: Auf «Come stai» antwortete er ganz korrekt mit «Va bene, grazie». Danach fiel ihm ein Ziegel auf den Kopf. «Warum hast du mich nicht gewarnt», fuhr er den italienischen Kollegen an. «Hani doch seit 'kome Stei'», antwortet der.

Die armen Banker

Eines der ältesten Schweizwitz-Genres ist der Banker-Witz. Schon Voltaire (1694-1778) soll geraten haben: «Wenn Sie einen Schweizer Bankier aus dem Fenster springen sehen, springen sie hinterher. Es gibt bestimmt etwas zu verdienen.»

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert und das Ansehen der Banker mit ihnen. Im Internet weit verbreitet ist die Geschichte von dem Jungen, der in der Schule behauptet, sein Vater verdiene sein Geld mit Tabledance in einer Schwulenbar; in Wirklichkeit arbeitet der Erzeuger als Banker, aber wer mag das schon zugeben? Auch sonst werden Banker nicht mehr beneidet. Optimismus ist, wenn ein Banker am Sonntag fünf Hemden bügelt, heisst es.

Nicht besonders lustig ist auch der Witz zum Steuerstreit: Reiche Griechen haben 200 Milliarden Euro auf Schweizer Bankkonten liegen. Dummerweise kann sich der griechische Staat die Daten-CDs nicht leisten.

Kennen Sie einen lustigen Schweizer-Witz? Teilen Sie ihn mit uns! (sda)

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